01.03.2006 · Iraks früherer Diktator hat zugegeben, für die Zerstörung von Ackerland einiger Schiiten verantwortlich zu sein, die wegen eines Anschlags 1982 zum Tode verurteilt worden waren. „Wir haben sie dem Erdboden gleich gemacht“, sagte Saddam vor dem Tribunal.
Der ehemalige irakische Präsident Saddam Hussein hat am Mittwoch vor dem Sondertribunal in Bagdad einen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe eingestanden.
Der 68 Jahre alte frühere Diktator gab zu, für die Zerstörung von Ackerland einiger Schiiten verantwortlich zu sein, die wegen der Beteiligung an einem Anschlag im Jahr 1982 zum Tode verurteilt worden waren.
„Wir haben sie dem Erdboden gleich gemacht“, sagte Saddam vor dem Tribunal. „Wir haben geklärt, welcher Grund und Boden denjenigen gehört, die verurteilt wurden, und ich habe das unterschrieben.“
140 Tote aus Rache
Die Staatsanwaltschaft legte seit Dienstag Dokumente vor, die eine direkte Verantwortung Saddams für die Verfolgung der Bewohner von Dudschail belegen sollen. In dem Dorf nördlich von Bagdad war 1982 der Konvoi des Präsidenten beschossen worden.
Aus Rache dafür mußten der Anklage zufolge mehr als 140 Menschen sterben, zahlreiche Familien wurden vertrieben oder deren wirtschaftliche Lebensgrundlage zerstört. Das Tribunal hat diesen Fall für die erste Anklage gegen den ehemaligen Machthaber ausgewählt, weil es die Beweislage für einigermaßen klar hielt. Sollte Saddam verurteilt werden, droht ihm die Todesstrafe.
Wieder 27 Tote nach Anschlägen
Eine Woche nach der Zerstörung der Goldenen Moschee von Samarra durch Extremisten sind im Irak am Mittwoch bei einer neuen Serie blutiger Anschläge mindestens 27 Menschen getötet worden.
Seit der Zerstörung des Schreins von Samarra, eines der wichtigsten Heiligtümer der Schiiten im Irak, sind damit rund 480 Menschen Opfer der Gewalt zwischen den Volksgruppen geworden, die durch die Sprengung entfacht worden war.