Zehntausende Sunniten haben im Irak nach dem Freitagsgebet gegen die Politik des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki protestiert. Sie forderten die Freilassung von Gefangenen, die unter Terrorverdacht verhaftet wurden, und zum Teil schon seit Jahren auf ihren Prozess warten. Die Protestaktionen in Samarra, Tikrit, Kirkuk, Mossul und verschiedenen Städten der westlichen Anbar-Provinz blieben friedlich.
In der schiitischen Wallfahrtsstadt Nadschaf gingen unterdessen mehrere hundert Anhänger von al Maliki auf die Straße, um ihre Solidarität mit dem Regierungschef zu bekunden. Sie riefen nach Angaben der Nachrichtenagentur Sumeria News außerdem Slogans gegen Israel, Saudi-Arabien, Katar und die Türkei.
Die sunnitische Minderheit wirft der Regierung vor, sie zunehmend an den Rand zu drängen. Seit drei Wochen kommt es deshalb immer wieder zu ähnlichen Massenprotesten. Auch wurden zuletzt wieder vermehrt Anschläge mit zahlreichen schiitischen Opfern verübt. Als Drahtzieher werden radikale sunnitische Gruppen wie Al Qaida vermutet. Die Vorfälle schüren Sorgen, dass der Irak etwa ein Jahr nach Abzug der letzten US-Soldaten wie in der Vergangenheit wieder auf massive Gewalt zwischen den Bevölkerungsgruppen zusteuert.
Regierungsnahe irakische Medien berichteten unterdessen, das Verteidigungsministerium habe entschieden, zwei Grenzübergänge nach Syrien zu schließen. Zuvor war bereits der Grenzübergang Tarabil nach Jordanien dichtgemacht worden. Angehörige der sunnitischen Minderheit sind der Meinung, dass diese Maßnahmen Teil eines Plans von al Maliki sind, um die Menschen in den Protesthochburgen abzustrafen. Die Mehrheit der Bewohner von Jordanien und Syrien sind sunnitische Muslime.
Die irak. Schiiten
Carsten Berg (Carberg)
- 17.01.2013, 10:48 Uhr
Hauptsachte die Ölquellen laufen und sind gesichert!
Heinrich Seneca (Hadrian55)
- 12.01.2013, 12:21 Uhr
Schon wieder eine Niederlage
joachim tarasenko (truthful)
- 11.01.2013, 21:09 Uhr
