Home
http://www.faz.net/-gq5-75ol3
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Proteste im Irak Zehntausende demonstrieren gegen Ministerpräsident Maliki

Nach den Gebeten am Freitag haben Zehntausend Sunniten gegen die Politik von Ministerpräsident al Maliki demonstriert. Die sunnitische Minderheit im Irak fürchtet, an den Rand gedrängt zu werden.

© dpa Vergrößern Zehntausende Menschen beteiligten sich an den Protesten

Zehntausende Sunniten haben im Irak nach dem Freitagsgebet gegen die Politik des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki protestiert. Sie forderten die Freilassung von Gefangenen, die unter Terrorverdacht verhaftet wurden, und zum Teil schon seit Jahren auf ihren Prozess warten. Die Protestaktionen in Samarra, Tikrit, Kirkuk, Mossul und verschiedenen Städten der westlichen Anbar-Provinz blieben friedlich.

In der schiitischen Wallfahrtsstadt Nadschaf gingen unterdessen mehrere hundert Anhänger von al Maliki auf die Straße, um ihre Solidarität mit dem Regierungschef zu bekunden. Sie riefen nach Angaben der Nachrichtenagentur Sumeria News außerdem Slogans gegen Israel, Saudi-Arabien, Katar und die Türkei.

Mehr zum Thema

Die sunnitische Minderheit wirft der Regierung vor, sie zunehmend an den Rand zu drängen. Seit drei Wochen kommt es deshalb immer wieder zu ähnlichen Massenprotesten. Auch wurden zuletzt wieder vermehrt Anschläge mit zahlreichen schiitischen Opfern verübt. Als Drahtzieher werden radikale sunnitische Gruppen wie Al Qaida vermutet. Die Vorfälle schüren Sorgen, dass der Irak etwa ein Jahr nach Abzug der letzten US-Soldaten wie in der Vergangenheit wieder auf massive Gewalt zwischen den Bevölkerungsgruppen zusteuert.

Regierungsnahe irakische Medien berichteten unterdessen, das Verteidigungsministerium habe entschieden, zwei Grenzübergänge nach Syrien zu schließen. Zuvor war bereits der Grenzübergang Tarabil nach Jordanien dichtgemacht worden. Angehörige der sunnitischen Minderheit sind der Meinung, dass diese Maßnahmen Teil eines Plans von al Maliki sind, um die Menschen in den Protesthochburgen abzustrafen. Die Mehrheit der Bewohner von Jordanien und Syrien sind sunnitische Muslime.

Iraqi Sunni protest in Fallujah city Die Demonstranten forderten die Freilassung von Gefangenen © dpa Bilderstrecke 

Quelle: FAZ.NET mit dpa/Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
+++ Bagdad Briefing +++ Weg von der Front

Nach Angriffen auf Häuser sunnitischer Zivilisten beordert die irakische Armee schiitische Milizen von der Front zurück. Die Strategie scheint im Kampf gegen den Islamischen Staat erfolgreich zu sein. Mehr Von Markus Bickel, Kairo

11.11.2014, 08:09 Uhr | Politik
Bagdad Briefing Rätsel um den Luftangriff auf Al Bagdadi

Die Liquidierung des Terrorführers Abu Bakr al Bagdadi wäre ein Erfolg für Obama. Aber dass die Meldungen zutreffen, ist so unwahrscheinlich wie schon vor fünf Wochen. Mehr Von Markus Bickel

10.11.2014, 12:05 Uhr | Politik
Syrien Wie die Vereinten Nationen Assad stärken

Mehr denn je droht die Freie Syrische Armee zwischen den Truppen von Assad und den Dschihadisten zerrieben zu werden. Die neue Strategie der UN wird sie weiter schwächen. Mehr Von Markus Bickel, Beirut

20.11.2014, 11:56 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 11.01.2013, 18:55 Uhr

Russische Tatsachen

Von Reinhard Veser

Der Kreml ist am Krieg in der Ukraine beteiligt, das bestätigen auch die Separatisten ganz offen. Wer das noch leugnet, verschließt die Augen vor den Tatsachen. Mehr 52