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Samstag, 18. Februar 2012
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Protest gegen Dänemark Bewaffnete stürmen EU-Büro wegen Mohammed-Karikaturen

02.02.2006 ·  Aus Protest gegen „europäische Provokation“ durch die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen haben bewaffnete Palästinenser in Gaza ein EU-Büro besetzt. Dänemark erwartet weitere Boykotts in der islamischen Welt.

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Aus Protest gegen die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in europäischen Zeitungen haben bewaffnete Palästinenser in Gaza die Schließung von EU-Vertretungen verlangt. Etwa fünfzig maskierte Männer seien am Donnerstag in den Vorgarten des EU-Büros in Gaza eingedrungen und hätten mehrere Schüsse abgefeuert, berichteten Augenzeugen.

Die Männer gehörten den Al-Aqsa-Brigaden der bisher regierenden Fatah-Organisation und dem radikalen Islamischen Dschihad an. Sie markierten den Eingang des Büros mit blauer Farbe und schrieben, das Gebäude sei bis zu einer Entschuldigung geschlossen. Sie trugen Schnellfeuergewehre und Panzerfäuste. Nach Augenzeugenberichten beendeten sie am späten Vormittag ihre Protestaktion.

„Krieg gegen Dänemark“

Die Bewaffneten erklärten, die „europäische Provokation“ mache alle Institutionen in Gaza und der ganzen Welt zum Ziel ihres Feuers. Beide Gruppen hatten in der Nacht eine Erklärung veröffentlicht, in der es hieß: „Jeder Norweger, Däne oder Franzose, der sich auf unserem Gebiet befindet, ist unser Ziel.“

Abermals wurden im Gazastreifen die dänische und die norwegische Flagge sowie ein Foto des dänischen Ministerpräsidenten Rasmussen in Brand gesetzt. Demonstranten forderten dort „Krieg gegen Dänemark, Tod für Dänemark“. Daß die Proteste in Gaza besonders heftig ausfielen, wo bewaffnete Gruppen schon am Mittwoch zeitweise ein Büro der EU besetzt hatten wird auch mit dem Machtkampf unter palästinensischen Extremisten in Verbindung gebracht. Im Irak wurden die dort stationierten 500 dänischen Soldaten von Islamisten für „vogelfrei“ erklärt. (Siehe auch: FAZ.NET-Spezial: Mohammed-Karikaturen)

Dänen fürchten Ausweitung des Boykotts

Die dänische Regierung befürchtet eine kräftige Ausweitung von Boykottaktionen in der islamischen Welt wegen der umstrittenen Mohammed-Karikaturen. Außenminister Per Stig Møller begründete das am Donnerstag in der Zeitung „Børsen“ mit dem Nachdruck der Zeichnungen in anderen europäischen Ländern wie zum Beispiel Frankreich.

Damit werde die Aufmerksamkeit auch in Länder getragen, aus denen bisher keine Proteste gegen die zuerst in Dänemark veröffentlichten Zeichnungen gekommen seien. Nach Angaben des Blattes bezog sich Møller damit vor allem auf Algerien und andere nordafrikanische Länder. Bisher hatte es Boykottaktionen vor allem in der gesamten Golfregion gegeben. Saudi-Arabien und Kuweit haben auch ihre Botschafter aus Kopenhagen abgezogen.

Die EU-Kommission und die EU-Außenminister haben sich weitgehend hinter die dänische Position gestellt, nach der Regierungen nicht in die Presse- und Meinungsfreiheit eingreifen sollen. Zudem drohten sie Schritte gegen arabische Staaten und Organisationen an, die dänische Waren boykottieren. (Siehe auch: Islam: Streit über Karikaturen weitet sich aus)

In Paris wurde der Chefredakteur der Zeitung „France-Soir“ am Mittwoch abend entlassen, nachdem die Zeitung die Zeichnungen nachgedruckt hatte. (Siehe auch: „France Soir“-Chefredakteur wegen Mohammed-Bildern entlassen)

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Von Berthold Kohler

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