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Pressestimmen : Das große Rätselraten

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Thema Überall: Auch in den russischen Zeitungen dominiert das Treffen die Titelblätter Bild: AFP

Was der russische und der amerikanische Präsident wirklich verhandelt haben, wird wohl nie jemand erfahren. Doch die Bewertung des Treffens in Helsinki ist fast einmütig. Ein Blick in die nationale und internationale Presse.

          „Westfälische Nachrichten“ (Münster): „Zwei Alphatiere, die sich nicht wehtun wollen: Donald Trump und Wladimir Putin gefallen sich in ihren Rollen als Lenker der zwei größten Atommächte auf dem Globus. ... Was dieser Gipfel konkret für Syrien oder die Ukraine bedeutet, haben weder Trump noch Putin beantwortet. Wenn die zwei großen Atommächte sich einigen können, klingt das zunächst hoffnungsvoll. Da aber beide Mächte ihre geschäftsmäßigen Interessen in den Vordergrund gerückt haben, heißt es Vorsicht! Jeder künftige Kompromiss zwischen Moskau und Washington droht zulasten Dritter zu gehen. Auch die Europäer könnten dabei zwischen die Mühlsteine geraten.“

          „Rheinpfalz“ (Ludwigshafen): „Die Grand Old Party, die Partei der Republikaner, hat dem Treiben ihres Präsidenten bisher still ergeben zugesehen – auch wenn sie seine Ansichten vielfach nicht teilt. Es gibt wenig Hoffnung, dass die Gipfel-Blamage von Helsinki daran wirklich etwas ändern wird. Trumps Ego-Trip rückt die USA immer näher an das Zerrbild heran, das die Kritiker schon lange zeichnen: Es ist das Bild einer Nation, die frei ist von moralischen Werten und die ihre eigenen Interessen durchdrückt. Letztlich ist ein solches Amerika nicht glaubwürdiger als die Schurkenstaaten im Rest der Welt.“

          „Landeszeitung“ (Lüneburg): „Eine Welt, wie sie Trump gefällt: Eben noch erklärt er die Beziehungen zwischen Washington und Moskau als historisch schlecht. Doch er, der mächtige US-Präsident, benötigt nur vier Stunden, um mit Putin die Wende zum Guten einzuleiten. Natürlich kann man es als Erfolg betrachten, dass beide Seiten miteinander reden. Das sollte aber nicht überdecken, dass Helsinki inhaltlich eine Nullnummer ist. Es gibt keine konkreten Vereinbarungen. Aber das konnte man auch nicht ernsthaft erwarten. Trump hat nun drei Stationen hinter sich gebracht: Den verstörenden NATO-Gipfel, den unverschämten London-Besuch und nun Helsinki. Die EU sollte aus den Auftritten Lehren ziehen. Es gibt einen Wandel, den man nur bestehen kann, wenn man zusammenrückt, sich auf eine gemeinsame Verteidigungs-, Wirtschafts-, Sozial- und Asylpolitik einigt. Denn eines muss allen klar sein: Kein Mitgliedsstaat wird ohne die Europäische Union besser dastehen als jetzt.“

          „Straubinger Tagblatt“ (Straubing): „Gerne wäre der Herr im Weißen Haus so mächtig und unangefochten wie die Putins, Erdogans und Kims dieser Welt, die sich weder mit einer Opposition im Lande noch mit kritischen Medien herumschlagen müssen. Mit solchen Männern kann man ,Deals‘ machen, nicht aber mit einer Kanzlerin wie Angela Merkel, die Rücksicht auf Koalitionspartner und EU-Verbündete nehmen und ständig zum Kompromiss bereit sein muss. So kommt es, dass ein US-Präsident sich nicht mehr als Führer der freien westlichen Welt versteht und beispielsweise auf die Einhaltung der Menschenrechte pocht, sondern die EU als ,Feind‘ betrachtet, lieber mit Diktatoren paktiert und ,Deals‘ zulasten Dritter abschließt.“

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