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Präsidentenwahl Patt bei Wahl in der Ukraine

01.11.2004 ·  Ministerpräsident Janukowitsch und Oppositionskandidat Juschtschenko liegen bei etwa 40 Prozent. Mathematisch kann demnach keiner der beiden mehr als die Hälfte der Stimmen erreichen - eine Stichwahl wird erforderlich.

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Die ukrainische Präsidentenwahl wird erst in einer zweiten Runde am 21. November entschieden. Die Wahlkommission teilte am Montag unter Berufung auf ein vorläufiges, nicht amtliches Ergebnis in Kiew mit, daß der vom scheidenden Präsidenten Leonid Kutschma unterstützte Ministerpräsident Viktor Janukowitsch und sein wichtigster Herausforderer, Viktor Juschtschenko, jeweils rund 40 Prozent der Stimmen erhielten.

Die Kommission machte keine Angaben darüber, wann mit dem offiziellen Endergebnis zu rechnen sei. Nach dem von ihr mitgeteilten Auszählungsstand von 94,4 Prozent der abgegebenen Stimmen lagen Janukowitsch und Juschtschenko weniger als einen Prozentpunkt auseinander: Der Ministerpräsident lag bei 40,12 und der Oppositionskandidat bei 39,15 Prozent. Mathematisch konnte demnach keiner der beiden Konkurrenten mehr als die Hälfte der Stimmen erreichen, die für den Sieg in der ersten Runde benötigt würden.

Gegenseitige Vorwürfe: Wahlfälschung

Auf sozialdemokratische und kommunistische Kandidaten entfielen zusammen elf Prozent; ukrainische Medien erwarteten, daß diese Wähler am 21. November den Ausschlag geben könnten.

Beide Kandidaten hatten nach der Wahl am Sonntag ihren Sieg erklärt und der Gegenseite Wahlfälschung vorgeworfen. Juschtschenkos Stab gab in einer parallelen Zählung ein Ergebnis von 49,9 Prozent für den Oppositionsführer an. Ministerpräsident Janukowitsch komme lediglich auf 33,6 Prozent. „Die zentrale Wahlkommission hat Kurs auf eine manipulierte Ermittlung der Ergebnisse genommen“, sagte Juschtschenkos Wahlkampfleiter Alexander Sintschenko zu den offiziellen Zahlen.

Juschtschenko sagte dagegen: „Dies ist ein Sieg für unser Land, auf den Millionen von Ukrainern seit Jahren gewartet haben.“ In der ukrainischen Hauptstadt wurden die Gebäude der zentralen Wahlkommission und des staatlichen Rundfunks mit Lastwagen gegen eine Erstürmung gesichert. In Wählerumfragen hatten die beiden Kontrahenten in etwa gleichauf bei jeweils 40 Prozent gelegen.

Amerika droht mit Strafe bei Unregelmäßigkeiten

Insgesamt waren am Sonntag 24 Kandidaten zur Wahl angetreten. Die Wahlbeteiligung lag laut Wahlkommission bei 75 Prozent. Die Opposition hat das Regierungslager um den scheidenden Präsidenten Kutschma seit Wochen beschuldigt, es wolle mit einem massiven Wahlbetrug den Sieg Janukowitschs sicherstellen.

Die Wahl eines Nachfolgers für den scheidenden Präsidenten Leonid Kutschma gilt als Richtungswahl für eine Annäherung der Ukraine an die Europäische Union oder eine Rückkehr in Richtung Rußland. Die Vereinigten Staaten haben Kiew Strafmaßnahmen angedroht, sollte es Unregelmäßigkeiten geben. Die Ukraine ist einer der Hauptempfänger amerikanischer Hilfe.

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