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Putin-Kritiker Gluschkow : Polizei: Russischer Geschäftsmann wurde ermordet

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Ein Polizist bewacht ein Wohnhaus im Südwesten Londons, in dem der russische Geschäftsmann Nikolaj Gluschkow vor wenigen Tagen tot aufgefunden worden ist. Bild: dpa

Kurz nach dem Nervengift-Anschlag auf Sergej Skripal wurde in London ein russischer Exilant tot aufgefunden. Die Umstände seines Todes waren zunächst unklar. Doch jetzt scheint sich die britische Anti-Terror-Polizei sicher zu sein.

          Während Moskau und London Anschuldigungen und Drohungen wegen des Giftanschlags auf den ehemaligen russisch-britischen Doppelagenten Sergej Skripal austauschen, wurde nun bekannt, dass offenbar auch der russische Geschäftsmann Nikolaj Gluschkow Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist. Nach Angaben der britischen Anti-Terror-Polizei vom Freitag wurde der 69 Jahre alte Gluschkow ermordet. An seinem Hals seien Gewaltspuren entdeckt worden. Der Geschäftsmann, der als Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin galt, war am vergangenen Montag tot in seinem Haus in London entdeckt worden.

          Gluschkow hatte für die russischen Großkonzerne Avtovaz und Aeroflot gearbeitet. 2004 war er zu drei Jahren und drei Monaten Haft nach Vorwürfen von Betrug und Geldwäsche verurteilt worden. 2010 erhielt er in Großbritannien Asyl.

          Gluschkow war eng mit dem Oligarchen und Putin-Gegner Boris Beresowski befreundet, der 2013 in der Nähe von London starb. Sein Tod sorgte nach dem Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Skripal für weitere Unruhe. Großbritannien macht Russland für die Attacke auf Skripal und seine Tochter Julia verantwortlich. Der Fall hatte zu einem diplomatischen Konflikt zwischen London und Moskau geführt. Die britische Premierministerin Theresa May hatte in der Folge 23 russische Diplomaten ausgewiesen und weitere Strafmaßnahmen verhängt. Russland hatte seinerseits mit Sanktionen gedroht.

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