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Polen Die Gesellschaft radikal durchleuchtet

 ·  Mitarbeiter der kommunistischen Staatssicherheit beherrschen Polen noch heute, glaubt Ministerpräsident Kaczynski. Ab diesem Donnerstag müssen deshalb viele Bürger ihr Verhältnis zum einstigen Geheimdienst erklären. Konrad Schuller berichtet aus Warschau.

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franz Ujvar
franz Ujvar (ujvar) - 16.03.2007 14:42 Uhr

Herrn K. Schuller durchleuchten

Die anderen Kommentare berühren den Punkt: Sie sind ein fleissiger, eloquenter Berichterstatter, häufig mehr kommentierend u. zitierend als unterrichtend.
Ihre grösste Fehlerquelle: Ihre Informanten, diese sind grossteils im reformsozialistischen (ehemalige Genossen) Lager zu vermuten. Allein Ihre ständige Klassifizierung der PIS - Regierungspartei als weit rechts und konservativ ist irreführend. Herr Rokyta, ein führender Kopf der Opposition sagte unlängst einem Journalisten, die Mehrheit der im Westen sozialistisch denkenden Bürger sei Wähler der Kaczynskis. Die Polen denken nach Jahrhunderten der Unterdrückung polnisch=national, sind misstrauisch gegen neue Obrigkeiten=EU-Herolde. Die beiden Kaczynskis haben als Kinder den Warschauer Aufstand überlebt, 63 Tage Massaker der Gestapo. Nota bene: der gute Willi kniete vor dem Denkmal für den Aufstand des Gettos,vergass die Liquidierung der Polen, die Heimatarmee die gegen Deutsche kämpfte u. von Stalin in die KZ geworfen wurde. Vieles bleibt zu sagen. Siehe Norman Davies Buch zu Polen.

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Pawel Soltys
Pawel Soltys (sowtes) - 15.03.2007 16:50 Uhr

Polarisierung

Die von Herrn Schuller durchgeführte Analyse des Lustrationskampf zwischen "Gazeta Wyborcza" und "Rzeczpospolita" trifft leider der Wirklichkeit nicht ganz zu.

Der Fehler liegt darin, dass die beiden Zeitungen nicht als "liberal" oder "konservativ" bezeichnet werden können. "Wyborcza" setzt sich einfach gegen die Durchleuchtungsideen der PiS-Regierung und "Rzeczpospolita" führt schon seit einigen Monaten einen PiS-freundlichen Kurs. Die Argumentation beider Seiten ist eine Bigotterie reiner Art.

"Wyborcza", wie von Konrad Schuller angesprochen, sieht in der Lustration der Journalisten eine Möglichkeit für die Umgebung der Kaczynski, blamierende Dokumente gegen die politischen Gegner unter den Journalisten zu sammeln und unterstellen ihnen einen Attentat auf die Pressefreiheit. Dabei verschweigen sie aber die SB-Mitarbeit mancher prominenten Feuilletonisten und sehen nichts Schlimmes in der Ungehorsamkeit dem Gesetz gegenüber.

"Rzeczpospolita" dagegen wendet sich an die Parolen der moralischen Reinigung der journalistischen Gesellschaft und nimmt keine Stellung zur imperfekten Form des Gesetzes, das im jetzigen Gestalt in die Privatsphäre und gleichzeitig in die Unabhängigkeit der Journalisten eingreift.

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markus kranz

Herr Schuller sollte noch erwähnen

Daß die linksliberale zeitung von Adam Michnik "gazeta wyborcza" ,einen enttarnten stasi Spitzel Lesław Maleszka beschäftigt ,obwohl dieser Blut an den Händen kleben hat...
Sie herr schuller sollten den "ehrenhaften kampf für eine freie Presse" von gazeta Wyborcza ,deshalb nicht einfach so naiv in ihrem Bericht huldigen...

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Konrad Piasecki

Prioritäten gesetzt

Als ob Polen nicht andere Probleme hätte:
Wäre es nicht vernünftiger an die Zukunft zu denken, denn immer nur an die Vergangenheit?
Statt Beamte und Kommmissionen gegen die SB-Mitarbeiter einzusetzen wäre dem Land mit mehr Lehrern und/oder psychologischer Betreuung an den Schulen wahrscheinlich mehr gedient. Das Geld könnte auch in Infrastrukturprojekte fließen, oder zur Verbesserung der katastrophalen Bedingungen in Krankenhäusern genutzt werden.
Für solche Missstände gibt es keine öffentlichen Kommissionen, die Hexenjagd auf SB-Leute scheint Priorität zu haben.
Oder brauchen die Kaczynskis diesen bei stark rechtslastigen Politikern beliebten "inneren Feind", das Schreckgespenst der lauernden, kommunistischen Gefahr? Vielleicht könnte man ja neben einigen Journalisten einige die Thesen Darwins vertretende Professoren loswerden?

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Jahrgang 1961, politischer Korrespondent für Polen und die Ukraine mit Sitz in Warschau.

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