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Pjöngjangs Atomprogarmm Rice warnt vor „anderen Optionen“

22.03.2005 ·  Die amerikanische Außenministerin warnt Pjöngjang und setzt auf den Einfluß Chinas, damit Nordkorea die Verhandlungen über das Ende seines Atomwaffenprogramms wieder aufnimmt.

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Nordkorea hat am Dienstag im Streit um sein Atomwaffenprogramm eine Rückkehr an den Verhandlungstisch nicht mehr kategorisch ausgeschlossen.

„Die koreanische Seite lehnt weder die Sechs-Parteien-Gespräche ab, noch hat sie die Gespräche aufgegeben", sagte der nordkoreanische Ministerpräsident Pak Pong Ju nach einem Gespräch mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao bei seinem Besuch in Peking. Sobald bestimmte Bedingungen erfüllt seien, werde das Land wieder verhandeln. Zuvor hatten nordkoreanische Medien berichtet, das kommunistische Land habe sein Atomwaffen-Arsenal weiter ausgebaut.

Die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice hatte die chinesische Führung bei ihrem Besuch in den vergangenen Tagen jedoch dazu gedrängt, ihren Einfluß auf Nordkorea stärker geltend zu machen, um die Regierung in Pjöngjang zur Wiederaufnahme der Verhandlungen zu bewegen.

Pjöngjang fordert Rückzug Japans

Nordkorea hatte sich vor Monaten aus den Atom-Gesprächen mit den Vereinigten Staaten, China, Rußland, Südkorea und Japan zurückgezogen. In den Verhandlungen geht es darum, Nordkorea am weiteren Bau von Atomwaffen zu hindern. Die Regierung hatte im Februar erstmals offiziell erklärt, Atomwaffen zu besitzen. Sie fordert bilaterale Verhandlungen mit Washington, was diese jedoch generell ablehnen.

Nach Berichten staatlicher nordkoreanischer Medien vom Dienstag dringt Nordkorea zudem darauf, daß Japan sich aus den Verhandlungen um das Atomprogramm zurückzieht. Japan folge lediglich der amerikanischen Politik und habe zu den bisherigen multilateralen Gesprächen nichts beigetragen, schrieb die staatliche Tageszeitung „Minju Joson". Zudem verfolge Japan eigene Expansionsinteressen in der Region. „Es ist klar, daß Japans Teilnahme die Dinge eher verschlechtert als verbessert.“

Die Zeitung spielte damit unter anderem auf Territorialansprüche Japans auf eine unbewohnte Felseninsel an, die derzeit unter südkoreanischer Kontrolle steht. Der Streit um die im Koreanischen Dokdo und im Japanischen Takeshima genannte Insel zwischen beiden Ländern hatte sich kürzlich verschärft.

„Nicht die Zuversicht verlieren“

China bekräftigte seinen Willen, zu einer baldigen Wiederaufnahme der Gespräche zu kommen, an denen neben Nordkorea, den Vereinigten Staaten und China auch Südkorea, Japan und Rußland teilnehmen.

Der Sprecher des Außenministeriums, Liu Jianchao, sagte zu den Gesprächen des nordkoreanischen Ministerpräsidenten, der am Mittwoch von Staats- und Parteichef Hu Jintao empfangen wird: „China wird seine Position deutlich machen.“ Zu Anzeichen von Ungeduld unter anderem auf der amerikanischen Seite meinte der Sprecher, China hoffe, daß die Beteiligten „nicht ihre Zuversicht verlieren“.

„Mit Atomwaffen weniger sicher sind als ohne“

Erst am Vortag hatte Rice in Peking vor „anderen Optionen“ gewarnt, falls Nordkorea nicht an den Verhandlungstisch zurückkehre. „Nordkoreas Nuklearfrage ist an einem entscheidenden Punkt angelangt“, zitierte die Tageszeitung „China Daily“ den Experten Zhang Liangui von der Parteihochschule.

Chinas Führung werde dem nordkoreanischen Ministerpräsidenten die Ernsthaftigkeit der Angelegenheit deutlich machen und betonen, daß die Nordkoreaner „mit Atomwaffen weniger sicher sind als ohne“, berichtete das Blatt.

Wirtschaftsfragen im Mittelpunkt

Für Pak Bong Ju, der den Posten des obersten Wirtschaftslenkers Nordkoreas 2003 übernommen hat, stehen Wirtschaftsfragen im Mittelpunkt seines fünftägigen Besuchs. Vor einem Jahr hatte er Militärmachthaber Kim Jong Il nach China begleitet.

Auch diesmal will er sich ein Bild von den chinesischen Reformen machen. Seine Reise führt ihn Donnerstag nach Schanghai und später nach Shenyang, wo er weitere Unternehmen besichtigen will.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters/dpa
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