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Piraterie Bundeswehr hilft Paris bei Geiselbefreiung

16.09.2008 ·  Bei der nächtlichen Befreiung französischer Geiseln aus der Gewalt somalischer Piraten wurde einer der Entführer getötet, den Opfern geht es aber gut. Bei dem Einsatz habe die Bundeswehr geholfen, sagte Frankreichs Präsident Sarkozy.

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In einem nächtlichen Einsatz hat Frankreich mit Hilfe der Bundeswehr zwei Geiseln aus den Händen somalischer Piraten befreit. Dabei wurde in der Nacht zum Dienstag ein Pirat getötet; sechs weitere wurden vor der Küste der abtrünnigen somalischen Region Puntland festgenommen. Das gefangene französische Ehepaar blieb unverletzt, sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy am Dienstag in Paris. Bei dem Einsatz hätten Deutschland und Malaysia „Unterstützung“ geleistet. Einzelheiten wollte Sarkozy nicht nennen, um künftige Befreiungsaktionen nicht zu gefährden.

Die Piraten hatten das 16 Meter lange Segelschiff „Le Carré d'As“ am 2. September im Golf von Aden geentert. Sie verlangten für die Freilassung des Ehepaares eine Million Dollar (rund 700.000 Euro). An der Befreiungsaktion nahe dem Dorf Bargal im Norden von Puntland nahmen etwa 30 französische Soldaten einer Spezialeinheit teil. Laut Sarkozy wurde keiner von ihnen verletzt.

Sarkozy schlägt „Meerespolizei“ vor

Auf die Spur der Piraten kamen die französischen Soldaten offenbar mit Hilfe deutscher Marineaufklärer. Frankreich habe sich in den vergangenen Tagen an das Auswärtige Amt mit der Bitte um Hilfe gewendet, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Daraufhin seien zwei Aufklärungsflugzeuge vom Typ Orion P-3C der Bundesmarine für die Rettungsaktion eingesetzt worden. Deutschland nimmt im Rahmen des Anti-Terror-Einsatzes „Enduring Freedom“ (OEF) mit Marineeinheiten an Patrouillen vor dem Horn von Afrika und der arabischen Halbinsel teil.

Die Befreiungsaktion sei eine „Warnung“ an alle, die versuchten, mit Piraterie Geld zu machen, sagte Sarkozy: „Frankreich nimmt nicht hin, dass sich Verbrechen auszahlt.“ Der französische Staatschef rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, mit vereinten Kräften gegen die Piraterie vor Somalia zu kämpfen. Dort gebe es inzwischen eine „regelrechte Verbrechensindustrie“, sagte Sarkozy, der die Gründung einer „Meerespolizei“ anregte.

„Andere Regierungen sollten dasselbe tun“

Die Regierung der abtrünnigen somalischen Region Puntland äußerte sich positiv über die Befreiung. „Der Staat Puntland ermutigt zu solchen Aktionen und ruft andere Regierungen mit gefangenen Staatsbürgern auf, dasselbe wie die Franzosen zu tun“, sagte ein Sprecher. In Somalia herrscht seit 1991 Bürgerkrieg; das Land ist in mehrere Gebiete zerfallen, die von unterschiedlichen Gruppen regiert werden.

Die gefangenen Piraten sollten nach Frankreich gebracht werden, sagte Sarkozy weiter. Nur wenn Somalia zusichere, dass es in ihrer Heimat ein Prozess gegen sie gebe und sie „ihre Strafe verbüßen“, sei Paris dazu bereit, darauf zu verzichten.

Im April hatte das französische Militär bereits bei der Entführung der Luxussegelyacht „Le Ponant“ eingegriffen; nach Übergabe des Lösegelds verfolgten Soldaten die Entführer und nahmen sechs von ihnen fest. Ihnen soll in Frankreich der Prozess gemacht werden.

Quelle: FAZ.NET mit AFP und Reuters
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