Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte frühere peruanische Präsident Alberto Fujimori ist nach Medienberichten am Montag in Chile festgenommen worden. Der 67jährige sei aus einem Hotel abgeführt und in die Polizeischule von Santiago gebracht worden, berichtete die Zeitung „La Tercera“.
Die chilenische Justiz habe auf Bitten Perus hin einen Haftbefehl für Fujimori ausgestellt, bestätigte der peruanische Außenminister Oscar Maurtua am Sonntag abend in Lima. „Er ist verhaftet worden.“ Von chilenischen Behörden war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
Ankündigung eines politischen Comebacks
Fujimori, der fünf Jahre in Japan gelebt hatte, war am Sonntag überraschend nach Chile gereist. Von dort aus wollte er nach eigenen Angaben, seine Kandidatur bei der peruanischen Präsidentenwahl im kommenden April vorbereiten.
Wegen Menschenrechtsverbrechen und Korruption unter seiner Regierungszeit sind gegen Fujimori in Peru jedoch 21 Anklagen anhängig, und ihm ist bis 2011 jede politische Betätigung verboten.
Fujimori war von 1990 bis 2000 Präsident in Peru. Im November 2000 floh er nach Japan, nachdem seine Regierung über einen Bestechungsskandal gestürzt war. Der peruanischen Justiz zufolge trägt Fujimori auch die politische Verantwortung für die
Ermordung von 25 Menschen durch Todesschwadronen Anfang der Neunziger Jahre.
Spannungen zwischen Santiago und Lima
Der Aufenthalt Fujimoris in Santiago fällt in eine Zeit erheblicher Spannungen zwischen Chile und Peru wegen Grenzstreitigkeiten. Erst vergangene Woche hatte das peruanische Parlament
ein Gesetz verabschiedet, in dem Ansprüche auf chilenische Seegebiete erhoben werden.
In Lima wurde bekannt, daß Innenminister Rómulo Pizarro an diesem Montag nach Santiago reisen wird, um das Auslieferungsverfahren zu beginnen.
Vermutlich hatte ihn die japanische Regierung gezwungen wurde, das Land zu verlassen. Peru hatte zuvor angekündogt, Fujimoris Auslieferung aus Japan vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag einklagen wollte. Tokio weigerte sich den früheren Präsidenten zu überstellen, da
er auch die japanische Staatsbürgerschaft besitzt.
