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„Pepe“ Lobo Der honduranische Versöhner

30.11.2009 ·  Der neue honduranische Präsident hat sich schon während seiner Zeit als Kongresspräsident als Vermittler bewährt. Lobo muss nun die Trümmer nach dem Umsturz im Land zusammenlesen und ein tragfähiges Regierungsgebäude zimmern. Vor allem muss er aber im Ausland Vertrauen gewinnen.

Von Josef Oehrlein, Tegucigalpa
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Unter den erfahrenen Politikern in Honduras ist er eine der wenigen Figuren, die in der schweren Krise Glaubwürdigkeit bewahrt haben. Porfirio „Pepe“ Lobo hat sich aus dem Hickhack zwischen dem abgesetzten Präsidenten Manuel Zelaya und dessen vom Parlament ernannten Nachfolger Roberto Micheletti weitgehend herausgehalten und für Ausgleich und Dialog plädiert.

Der neue honduranische Präsident, Sieger der jüngsten umstrittenen Wahlen, hat aber früh deutlich gesagt, dass niemand in dem Konflikt unschuldig ist. Als Mittler zwischen den Fronten bewährte er sich schon zwischen 2002 und 2006, als er Kongresspräsident war. Damals hatte seine Nationale Partei keine Mehrheit, und er musste mit gegnerischen Parteien paktieren.

Lobo hatte sich schon einmal für die Präsidentschaft beworben. In der Kampagne zu den Wahlen 2005 hatte er sich allerdings als Politiker präsentiert, der die schweren Sicherheitsprobleme des mittelamerikanischen Landes mit harter Hand angehen wollte. Seine Taktik ist damals nicht aufgegangen. Lobos Vorschlag, zur Bekämpfung die Kriminalität die Todesstrafe in Honduras einzuführen, hat mutmaßlich die entscheidenden Stimmen gekostet, mit denen ihn sein Konkurrent Manuel Zelaya damals ausgebootet hat.

Hauptaufgabe: Vertrauen gewinnen

Jetzt ist eher wieder die auf Ausgleich und Aussöhnung bedachte Seite seines Charakters gefragt. Lobo muss die Trümmer, die nach Zelayas gewaltsamer Entfernung aus dem Amt und dem Abgang der von keinem Land der Welt anerkannten Regierung Michelettis übrigbleiben, zusammenlesen und ein tragfähiges neues Regierungsgebäude zimmern. Seine Hauptaufgabe wird zunächst aber sein, jene Länder, die die Wahlen und damit auch seinen Sieg nicht anerkennen, umzustimmen und im Ausland Vertrauen zu gewinnen.

Ein gewichtiges Argument, das für ihn spricht: Er war wie sein Konkurrent Elvin Santos von der Liberalen Partei, der auch Zelaya und Micheletti angehören, schon Ende 2008, also lange vor Ausbruch der Krise, bei internen Vorwahlen der „Nationalen Partei“ zum Präsidentschaftskandidaten gekürt worden.

Porfirio Lobo Sosa wurde am 22. Dezember 1947 in Trujillo in der Region Colón geboren. Er wuchs in Juticalpa im Departement Olancho im Osten des Landes auf, wo die Familie große Ländereien besitzt. Lobo studierte Betriebswirtschaft in Tegucigalpa und in Miami. Das elterliche Gut baute er systematisch aus und wurde damit zu einem der größten Agrarproduzenten Mittelamerikas.

Seit seinem neunzehnten Lebensjahr betätigte er sich in der Regionalpolitik, 1990 wurde er Abgeordneter im Nationalparlament. Lobos Frohnatur und sein Geschick, auch in heikler Lage einen ruhigen Ton zu bewahren, helfen ihm, schwierige Situationen zu überwinden. Auch sein ruhiges Familienleben in seinem Domizil vor den Toren von Tegucigalpa trägt dazu bei. Mit seiner Frau Rosa Elena hat er drei Kinder. Lobo nennt die Mitglieder seiner Partei „christliche Humanisten“. Sich selbst sieht er vor allem als Verfechter einer sozialen Marktwirtschaft. Politiker, die den Sozialismus alten Stils wiederzubeleben versuchen, wie der venezolanische Präsident Hugo Chávez, charakterisiert er als „Eingefrorene“, die noch nicht bemerkt hätten, dass in Berlin die Mauer gefallen und das Sowjetreich zerbrochen sei.

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