20.04.2009 · Die türkischen Nationalisten haben die Parlamentswahl im nördlichen Teil Zyperns für sich entschieden. Das Ergebnis beschränkt den Spielraum des politischen Führers Mehmet Ali Talat bei den Verhandlungen über eine Wiedervereinigung.
Die türkischen Nationalisten haben die Parlamentswahl im nördlichen Teil Zyperns für sich entschieden. Das Ergebnis der Wahl in dem international nicht anerkannten Staatswesen schränkt den Spielraum des politischen Führers Mehmet Ali Talat ein, die Verhandlungen mit der Republik Zypern über eine Wiedervereinigung der Insel zu einem Ergebnis zu führen.
Die Nationale Einheitspartei (UBP) erhielt bei der Wahl am Sonntag 44 Prozent der Stimmen. Talats Republikanische Türkische Partei (CTP) kam auf 30 Prozent, wie das Wahlkomitee nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen mitteilte. Bisher gehörten 25 der 50 Abgeordneten der CTP und 16 der UBP an. An der Wahl beteiligten sich 81,3 Prozent der etwa 160.000 Wahlberechtigten.
Mehrere hundert Anhänger der Nationalisten feierten ihren Wahlsieg im Norden der geteilten Hauptstadt Nikosia. Die UBP tritt seit langem für eine Eigenstaatlichkeit ein, während Talat eine bundesstaatliche Lösung anstrebt. Die Verhandlungen darüber begannen im September vergangenen Jahres.
Der zyprische Präsident Dimitris Christofias hatte wiederholt davor gewarnt, dass ein Wahlsieg der UBP den Verhandlungsprozess nur erschweren würde. UBP-Vorsitzender Dervis Eroglu schlug am Sonntagabend jedoch versöhnliche Töne an und sagte zu, den Verhandlungsprozess zu unterstützen.
Zypern ist seit 1974 geteilt, als türkische Truppen auf der Insel einmarschierten. Die Türkei reagierte damit auf einen Putschversuch von Anhängern einer Union mit Griechenland. Die Republik Zypern ist seit 2004 Mitglied der EU.