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Papstreise Benedikt XVI. kritisiert die Unterdrückung der Frau

10.05.2009 ·  Vor rund 25.000 Gläubigen hat Papst Benedikt XVI. am Sonntag eine Messe im Stadion von Amman gefeiert. In seiner Predigt würdigte er die Rolle der Frauen als Friedensstifterinnen. Die „gottgegebene Würde der Frau“ sei nicht immer „verstanden und geachtet“ worden.

Von Heinz-Joachim Fischer, Amman
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Benedikt XVI. hat am sich Sonntag in der jordanischen Hauptstadt Amman für die Frauenrechte eingesetzt. Während einer feierlichen Messe mit Zehntausenden Gläubigen verteidigte der Papst die Rechte der Frau „gegen Unterdrückung und Ausbeutung“. Dafür müssten die Kirche Zeugnis geben. Der Papst sprach schon in den ersten drei Tagen seiner „Pilgerfahrt ins Heilige Land“ über die kontroversen Themen seines Besuchs im Nahen Osten, etwa den spannungsreichen Dialog zwischen der katholischen Kirche und den Muslimen, das belastete Verhältnis zwischen Christen und Juden, die Menschenrechte und die Würde der Frau in den heutigen Gesellschaften.

Am Samstag hob der Papst in der mit Spannung erwarteten Rede über den Dialog zwischen Christen und Muslimen die Gemeinsamkeit der an Gott Glaubenden hervor. Er wandte sich gegen Vorwürfe, die der Religion und der Verschiedenheit der Religionen die Schuld an Hass und Zwietracht in der Welt zuschrieben. In dieser Sache sei er „besorgt“, sagte Benedikt. Der jordanische Prinz Ghazi bin Muhammed bin Talal legte in einer langen Rede die muslimischen Voraussetzungen und die Bereitschaft für den Dialog dar.

Religion als Schutz vor dem „ungezügelten Ego“

„Die Gegner der Religion“, sagte der Papst, „trachten nicht nur danach, ihre Stimme zum Schweigen zu bringen, sondern sie durch ihre eigene zu ersetzen; so verspürt man um so brennender den Bedarf an Gläubigen, die ihren Prinzipien und Überzeugungen genau entsprechen.“ Widersprüche, die durch Spannungen und Spaltungen zwischen Anhängern verschiedener religiöser Traditionen entstünden, könnten zwar nicht bestritten werden, sagte der Papst weiter.

Doch bilde die ideologische Manipulation der Religion – zu politischen Zwecken – den wahren Katalysator für Rivalitäten und Gewalt. „Ihrer Natur nach bildet die Religion Einheit und Harmonie, als Ausdruck der Gemeinschaft zwischen den Menschen untereinander und mit Gott.“ Deshalb gelte keineswegs: „Je weniger Religion in einer Gesellschaft, um so besser!“

In seiner Rede zum Dialog mit den Muslimen bekräftigte der Papst, gerade aufgrund ihrer Geschichte müssten „Muslime und Christen Zeugnis geben von dem, was gerecht und gut ist vor Gott dem Allmächtigen“. Benedikt forderte gemeinsame Initiativen von Christen und Muslimen, „so dass wir miteinander sicherstellen, dass die Gesellschaft mit der göttlichen Ordnung in Harmonie mitschwingt“.

Dem Menschen sei es als Geschöpf Gottes, der „schöpferischen Vernunft“, aufgegeben, „im Rahmen von Glaube und Wahrheit das großartige Potential menschlicher Vernunft zum Guten auszuschöpfen“. So könne die Religion die Gesellschaft von den Auswüchsen eines ungezügelten Egos schützen, das danach strebe, „das Endliche zu verabsolutieren und das Unendliche in den Schatten zu stellen“.

Plädoyer für Religionsfreiheit

Die dafür notwendige Religionsfreiheit erstrecke sich nicht nur auf den rein religiösen Bereich des Kults, sondern schließe „besonders für Minderheiten“ auch Bekenntnis und Ausübung in der Öffentlichkeit ein. Der Papst dankte den jordanischen Behörden, die Flüchtlingen aus dem Irak, unter ihnen auch viele Christen, Zuflucht gewährt hätten.

Am Samstagmorgen hatte Benedikt den Berg Nebo in der Nähe von Amman besucht, von dem aus Moses zum ersten Mal das „dem auserwählten Volk verheißene Land“ gesehen habe, und scheute sich dabei nicht, die religiösen Ziele seiner Pilgerfahrt mit den kirchenpolitischen im Verhältnis zu den Juden zu verbinden. Nachdrücklich erinnerte der Papst an „das unzertrennbare Band zwischen der Kirche und dem jüdischen Volk“.

In seiner Ansprache sagte Benedikt dort: „Von Anfang an hat die Kirche der großen Gestalten der Patriarchen und Propheten gedacht, als Zeichen ihrer großen Wertschätzung für die Einheit der beiden Testamente. Dies schenke uns ein Verlangen, alle Hindernisse auf dem Weg der Versöhnung zwischen Christen und Juden in gegenseitiger Achtung und Zusammenarbeit im Dienst des Friedens, zu dem uns das Wort Gottes ruft, zu überwinden!“ Damit suchte der Papst schon im Voraus Vorbehalte in Israelzu entkräften. Weiter hatte Benedikt ein Sozialzentrum für Behinderte besucht und in der Nachbarstadt Madaba den Grundstein für eine katholische Universität gelegt.

Am Montag wird der Papst in Israel erwartet. Als erstes will Benedikt XVI., der Deutsche Joseph Ratzinger, dort die Gedenkstätte Yad Vashem für die Schoa, den millionenfachen Völkermord an den Juden durch die Nazis, aufsuchen.

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