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Papst in Nazareth Benedikt: Lasst ab von den Streitigkeiten

14.05.2009 ·  40.000 Gläubige wollten den Papst in Nazareth sehen: In der Stadt, in der Jesus seine Kindheit verbrachte, rief Benedikt XVI. die Rolle Christen und Muslime zu friedlichem Miteinander auf. Anschließend traf er den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu.

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Am vorletzten Tag seiner Pilgerreise im Heiligen Land hat Papst Benedikt XVI. Christen und Muslime in einer Messe in Nazareth zum friedlichen Miteinander aufgerufen. „Ein jeder weise die zerstörerische Macht des Hasses und der Vorurteile zurück, die die Seele des Menschen noch vor seinem Körper töten!“, sagte Benedikt am Donnerstag in der Messe vor etwa 40 000 Einheimischen und Pilgern.

In der Stadt in Galiläa, in der Jesus von Nazareth nach den Berichten der Bibel die ersten 30 Jahre seines Lebens verbrachte, forderte der Papst die Gläubigen - meist Araber, nicht nur Katholiken, sondern auch andere Christen und viele Muslime - dazu auf, von „den Streitigkeiten abzulassen, die in den vergangenen Jahren die Beziehungen zwischen der christlichen und muslimischen Gemeinde beschädigt haben“.

Heftige Konflikte hatte der Plan ausgelöst, in Nazareth eine große Moschee zu bauen, direkt hinter der christlichen Kirche, die der „Verkündigung“ geweiht ist, als die Jungfrau Maria von einem Engel die Botschaft von der Geburt eines Sohnes empfing. Benedikt dankte besonders jenen, die sich um die Erziehung zum Frieden in sozialen Einrichtungen und Schulen kümmerten. In seiner Predigt hob Benedikt vor allem die Bedeutung der Familie als Keimzelle und Grundlage der Gesellschaft hervor.

Gespräch mit Netanjahu

Um die kirchlichen Institute, ihr freies Wirken in der Öffentlichkeit und ihre steuerliche Behandlung durch die israelischen Behörden ging es auch in dem Gespräch zwischen dem Papst und Ministerpräsident Netanjahu. Bei Abschluss eines Grundlagenvertrags zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel vor gut 15 Jahren hatten beide Seiten die Lösung von Detailfragen einer Gemischten Kommission übertragen, deren Arbeiten nur langsam vorankamen. Auch ging es um Iran. Nach dem Treffen sagte Netanjahu, Benedikt müsse als „moralischer Repräsentant“ seine Stimme erheben „gegen die iranischen Erklärungen über eine Absicht zur Zerstörung Israels“. Er sei mit der Reaktion des Papstes zufrieden gewesen; Benedikt habe Antisemitismus und Hass gegen Israel deutlich verurteilt.

Bei einem Treffen mit Führern verschiedener Religionen, mit Christen, Juden, Muslimen und Drusen, forderte Benedikt abermals dazu auf, den interreligiösen Dialog zu fördern, bevor er die Verkündigungs-Grotte in Nazareth zum Gebet aufsuchte.

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