Unter der Schirmherrschaft Ägyptens hat am Donnerstag in Kairo ein nationaler Dialog der Palästinenser begonnen. Rund ein Dutzend Gruppen nehmen daran teil, darunter als wichtigste Repräsentanten die Fatah von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und die radikal-islamische Hamas.
Kernpunkt ist die Bildung einer einheitlichen Regierung für das Westjordangebiet und den Gazastreifen. Derzeit haben die beiden Gebiete unterschiedliche Führungen, seit die Hamas im Juni 2007 im Gazastreifen gewaltsam die Macht an sich gerissen hat. Abbas' Fatah hat in den Autonomiegebieten des Westjordanlandes das Sagen.
Zeit, eine neue Seite aufzuschlagen
Ägyptens Geheimdienstchef Omar Suleiman sagte bei der Eröffnung, Ägypten hoffe, „dass dieses Treffen ein wirklicher Neubeginn ist, nachdem die Teilung schon viel zu lange dauert“. Es sei an der Zeit, eine neue Seite aufzuschlagen. Suleimans Rede und Bilder von der Eröffnung wurden im Fernsehen übertragen.
Am Vortag hatten die verfeindeten Gruppen Hamas und Fatah als Geste des guten Willens zugesagt, die Gefangenen der jeweils anderen Gruppe freizulassen. Beide haben grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten über den Umgang mit Israel. Die Hamas spricht Israel das Existenzrecht ab und setzt auf den Kampf gegen den jüdischen Staat. Die Fatah hat der Gewalt abgeschworen und setzt auf Verhandlungen.
