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Pakistan Großoffensive gegen Taliban?

15.06.2009 ·  Islamabad plant angeblich eine großangelegte Offensive gegen die Taliban in den pakistanischen Stammesgebieten. Zudem versucht die Regierung, vom Ausland mehr Geld für ihren Kampf gegen die Extremisten zu bekommen.

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Die Regierung in Islamabad plant angeblich eine Großoffensive gegen die Taliban in den pakistanischen Stammesgebieten. „Es ist beschlossen worden, eine umfassende und entschiedene Operation zu beginnen, um Baitullah Mehsud zu töten und sein Netzwerk zu zerstören“, sagte der Gouverneur der Nordwestgrenzprovinz, Owais Ghani, laut pakistanischen Zeitungen. Wann die Aktion gegen Mehsuds „Tehrik-e-Taliban Pakistan“ (TTP) beginnen soll, ließ Ghani offen.

Seit die Armee gegen die Taliban im Swat-Tal vorgeht, haben „Vergeltungsanschläge“ im ganzen Land zugenommen. Der Gouverneur nahm Bezug auf den Anschlag, bei dem am Sonntag mindestens acht Personen ums Leben gekommen sind, und nannte derartige Terroraktionen „nicht hinnehmbar“. Mehsud sei die „Wurzel allen Übels“. Auch der pakistanische Innenminister Rehman Malik warnte den Taliban-Kommandeur, der für viele Terroranschläge – darunter das Attentat auf Benazir Bhutto – verantwortlich gemacht wird. Der Tageszeitung „The News“ sagte Malik: „Wir sind hinter der obersten TTP-Führung her – geben Sie uns noch zwei, drei Wochen.“

„Taliban kein pakistanisches Problem“

Unterdessen versucht Islamabad, vom Ausland mehr finanzielle Hilfen für ihren Kampf gegen die Extremisten zu erhalten. Allein zur Unterstützung der Flüchtlinge aus dem Swat-Tal und für den Wiederaufbau der vom Artilleriefeuer zerstörten Städte und Dörfer benötige das Land 2,5 Milliarden Dollar, sagte Außenminister Mehmood Qureshi der „Financial Times“. Bislang war von einer Milliarde Dollar die Rede gewesen, die nach dem Ende der Swat-Offensive nötig werde.

Kurz vor dem Beginn eines Treffens der pakistanischen Führung mit Spitzenvertretern der EU drohte Qureshi mit Folgen für andere Länder, sollte Pakistan mit seinen mehr als einer Million Inlandsflüchtlingen alleine gelassen werden. „Wenn wir das mit unseren eigenen Ressourcen machen, werden natürlich andere Aufgaben leiden“, sagte Qureshi mit Blick auf den Einsatz der Armee. Die Taliban dürften nicht als pakistanisches Problem wahrgenommen werden. Ihre Agenda sei regional und international, sagte der Außenminister.

Humanitäre Organisationen in Pakistan beklagen seit Wochen finanzielle Engpässe in den Notlagern. International zugesagte Hilfsgelder seien noch nicht ausreichend freigemacht, heißt es. Parallel dazu wird in Amerika und Europa beraten, unter welchen Voraussetzungen die allgemeine finanzielle Unterstützung für Pakistan gegeben werden soll. Dabei geht es um Garantien für eine zweckdienliche Verwendung der Mittel. Diese Frage dürfte auf dem ersten „EU-Pakistan-Gipfel“ eine Rolle spielen, der an diesem Mittwoch in Brüssel stattfindet.

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