http://www.faz.net/-gpf-9gcv5

Blasphemie-Fall in Pakistan : Asia Bibi aus dem Gefängnis entlassen

  • Aktualisiert am

Ein undatiertes Bild von Asia Bibi, die nun frei gelassen worden ist. Bild: AFP

Asia Bibi ist frei – befindet sich aber weiterhin in Pakistan. Zuerst war das Todesurteil gegen die Christin aus Pakistan aufgehoben worden. Ihr Anwalt hatte bereits verlauten lassen, sie säße in einem Flugzeug.

          Die Christin Asia Bibi befindet sich weiterhin in Pakistan. Das erklärte ein Sprecher das pakistanischen Außenministeriums, Mohammad Faisal, am Donnerstagmorgen. Bibi war eine Woche nach dem Freispruch vom Vorwurf der Gotteslästerung am Mittwochabend auf freien Fuß gesetzt worden. Lokale Medien berichteten erst, Bibi sei von dem Gefängnis in der Stadt Multan in der Provinz Punjab an einen „unbekannten Ort“ gebracht worden. Das hatte Spekulationen ausgelöst, sie habe das Land verlassen.

          Die Zeitung „Dawn“ berichtete am Donnerstagmorgen, Bibi sei in die Hauptstadt Islamabad geflogen worden. Von dort aus sei sie unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zu einem unbekannten Ort gebracht worden.

          Die heute 51 Jahre alte fünffache Mutter war 2010 wegen angeblicher Gotteslästerung im vorwiegend muslimischen Pakistan zum Tode verurteilt worden. Ende Oktober hob der Oberste Gerichtshof das Urteil auf. Das löste Proteste radikalislamischer Gruppen aus. Diese hörten erst auf, nachdem die Regierung und die Partei Tehreek-e Labbaik Pakistan (TLP) des radikalislamischen Klerikers Khadim Rizvi ein Abkommen geschlossen hatten. Demnach will die Regierung einen Revisionsantrag gegen die Entscheidung des Obersten Gerichts zulassen und Bibi am Verlassen des Landes hindern.

          Ein Sprecher der TLP, Zubair Kasuri, sagte am Donnerstag, die Regierung habe durch die Freilassung von Asia Bibi gegen die Vereinbarung verstoßen. Die Partei halte nun ein Treffen ab, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Großbritanniens Premierministerin Theresa May verlässt im Juli 2018 die Downing Street 10.

          Brexit : Einlenken, oder für immer schweigen

          Zum ersten Mal steht auf Papier, was der Brexit wirklich bedeutet. Jetzt sollen die Minister in London abstimmen. Verweigern sie Premierministerin May die Gefolgschaft, waren die erbitterten Austrittsverhandlungen vergebens. Ein Kommentar.
          Unsere Sprinter-Autorin: Heike Göbel

          FAZ.NET-Sprinter : Tee mit May und KI mit Merkel

          Ausgerechnet ein Ire bringt das Dilemma der Briten beim Thema Brexit auf den Punkt. Wovon Peter Altmaier träumt, was Merkel sucht und was heute sonst wichtig wird, steht im FAZ.NET-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.