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Pakistan Bhutto ruft zu Massenprotesten auf

07.11.2007 ·  Die frühere pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto hat trotz des Demonstrationsverbots eine Großkundgebung sowie einen „langen Marsch“ angekündigt. Die Menschen sollten sich „erheben und mutig für ihre Rechte eintreten“, sagte sie.

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Die frühere pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto hat alle oppositionellen Kräfte des Landes zu Massenprotesten gegen Staats- und Armeechef Musharraf aufgerufen. Die Menschen sollten sich „erheben und mutig für ihre Rechte eintreten“, sagte Bhutto am Mittwoch in der Hauptstadt Islamabad.

Für Freitag kündigte die frühere Ministerpräsidentin eine Großkundgebung der Opposition gegen die Verhängung des Ausnahmezustands in Rawalpindi an. Der Bürgermeister der südlich von Islamabad gelegenen Stadt, Javed Akhlas, kündigte jedoch an, die Polizei werde das Versammlungsverbot durchsetzen und die Kundgebung verhindern, auf der Benazir Bhutto eine Rede halten will. Zugleich warnte er, dass es Hinweise auf Pläne für einen weiteren Selbstmordanschlag gegen Bhutto gebe. Frau Bhutto entging am 18. Oktober bei ihrer Rückkehr aus dem Exil nur knapp einem schweren Bombenanschlag, bei dem mehr als 140 Menschen getötet wurden.

Ultimatum bis zum 15. November

Für Anfang kommender Woche kündigte Benazir Bhutto einen Marsch von der ostpakistanischen Stadt Lahore ins 300 Kilometer entfernte Islamabad an. Inzwischen seien mehr als 400 Mitglieder ihrer Pakistanischen Volkspartei (PPP) festgenommen worden, sagte die Politikerin. Am Mittwoch versuchten Hunderte ihrer Anhänger, in der Nähe des Parlamentsgebäudes eine Blockade von Sondereinsatzkräften der Polizei zu durchbrechen. Die Polizisten gingen mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Menge vor, die sich später wieder zurückzog.

Vor der Rückkehr Benazir Bhuttos hatte Musharraf mit der Politikerin über ein mögliches Bündnis verhandelt, um seine geschwächte Position zu stärken. Sie verurteilte die Verhängung des Ausnahmezustands am Samstag als Vertrauensbruch und erklärte die Gespräche mit Musharraf vorerst für beendet. Dennoch schlug die Pakistanische Muslim-Liga des früheren Ministerpräsidenten Nawaz Sharif am Mittwoch eine Einladung Benazir Bhuttos zu einem Treffen aller Oppositionsparteien aus, auf dem eine gemeinsame Strategie gegen den Ausnahmezustand erörtert werden sollte. Ein Parteisprecher sagte, Benazir Bhutto gehöre wegen ihrer Verhandlungen mit Musharraf nicht mehr zum Oppositionslager. In Islamabad zogen etwa 200 Anwälte durch die Straßen und forderten den Rücktritt Musharrafs. In Rawalpindi kam es wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Die britische Regierung rief Musharraf ultimativ auf, bis zum 15. November als Armeechef zurückzutreten. Zudem müsse er im Januar freie Wahlen garantieren und alle politischen Gefangenen freilassen, sagte Außenminister Miliband. Am kommenden Montag will sich das Aktionskomitee des Commonwealth in London treffen, um über Pakistan zu sprechen.

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