Bei einem Bombenanschlag in der pakistanischen Stadt Quetta sind mindestens 23 Personen ums Leben gekommen, darunter mehrere Soldaten. Mehr als 60 Personen seien verletzt worden, berichteten örtliche Medien am Mittwoch. Zunächst sprengte sich offenbar ein Selbstmordattentäter vor der Residenz des örtlichen Kommandeurs des paramilitärischen Frontier Corps in die Luft. Daraufhin verschaffte sich ein zweiter Angreifer Zutritt zu dem Gebäude und zündete dort ebenfalls seinen Bombengürtel. Bis zum Abend bezichtigte sich keine Gruppe der Urheberschaft des Anschlags.
Untersucht wurde am Mittwoch, ob der Selbstmordanschlag etwas mit der Verhaftung dreier Al Qaida-Mitglieder am Montag zu tun haben könnte. In diese Richtung gehen Bemerkungen eines Vertreters der Bewegung Tehrik-e-Taliban Pakistan, über die Nachrichtenagenturen berichten. Dieser bezeichnete den Anschlag als „Warnung an all jene, die mit den Ungläubigen zusammenarbeiten“.
Der Frontier-Corps-Kommandeur, der den Anschlag - im Gegensatz zu seiner Frau und zwei seiner Kinder - überlebte, war unter anderem für die Festnahme Younis al Mauretanis verantwortlich gewesen. Al Mauretani soll von dem im Mai getöteten Usama Bin Ladin mit dem Planen von Anschlägen im Westen betraut gewesen sein. In der Mitteilung der pakistanischen Armee über die Festnahme war auch die Hilfe durch den amerikanischen Geheimdienst CIA erwähnt worden. Quetta, die Hauptstadt der Unruheprovinz Belutschistan, gilt als eine Hochburg islamischer Extremisten und war in jüngerer Zeit verstärkt Schauplatz von Gewalt.
