07.12.2009 · Verheerende Anschläge in Pakistan: Bei einem Doppelanschlag auf ein Einkaufszentrum in Lahore und einem Selbstmordattentat in Peshawar sind mindestens 44 Personen getötet und mehr als 150 weitere teils schwer verletzt worden.
Bei einem verheerenden Doppelanschlag und einem Selbstmordattentat sind in Pakistan mindestens 44 Menschen getötet und mehr als 150 weitere teils schwer verletzt worden. Das teilten die Behörden am Montag mit.
Bei der nahezu zeitgleichen Detonation von zwei Bomben am Abend auf einem belebten Markt in der ostpakistanischen Metropole Lahore wurden mindestens 34 Menschen getötet, darunter viele Frauen und Kinder. 109 Marktbesucher wurden verletzt. Die Explosionen entfachten einen Feuerball, der rasch auf zahlreiche Läden übergriff.
Der höchste Beamte der zweitgrößten Stadt des Landes, Khusro Pervaiz, sagte, er befürchte einen weiteren Anstieg der Opferzahl. Der so genannte „Mondmarkt“ in Lahore nahe der indischen Grenze, auf dem es unter anderem Kleidung und Schuhe zu Kaufen gibt, ist besonders bei Familien beliebt.
„Wir rannten raus, um uns zu retten“, sagte ein Augenzeuge, der sich in einem Restaurant befand, als der erste Sprengsatz detonierte. „Aber da explodierte schon die zweite Bombe, und fünf oder sechs Leute fielen um“, berichtete er dem TV-Sender Duniya.
Selbstmordattentäter tötet mindestens 10 Menschen in Peshawar
Wenige Stunden zuvor riss ein Selbstmordattentäter im Nordwesten des Landes mindestens zehn Menschen in den Tod. Bei dem Anschlag vor einem Gerichtsgebäude in der Stadt Peshawar wurden nach Angaben eines Krankenhauses zudem 45 Menschen verletzt. Der Täter versuchte zunächst, in das Gerichtsgebäude zu gelangen, wie die Polizei mitteilte. Er wurde jedoch von Sicherheitskräften gestoppt und sprengte sich dann vor dem Komplex in die Luft. Unter den Todesopfern waren zwei Polizisten.
Radikale Islamisten haben in Pakistan in den vergangenen Wochen zahlreiche Anschläge verübt, bei denen mehr als 400 Menschen getötet wurden. Sie reagierten damit auf die Großoffensive der Streitkräfte gegen die Taliban in Süd-Waziristan an der afghanischen Grenze.