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Operation „Heißer Winter“ Israel zieht Bodentruppen aus dem Gazastreifen ab

03.03.2008 ·  Vor dem Besuch der amerkanischen Außenministerin hat Israel seine Bodentruppen aus dem Norden des Gazastreifens abgezogen. Verteidigunsminister Barak erwägt allerdings, das Regime der radikalislamischen Hamas mit einer Invasion zu stürzen.

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Israel hat an diesem Montagmorgen seine Bodentruppen aus dem Norden des Gazastreifens abgezogen. Die Streitkräfte erklärten, die Artillerie habe nach Mitternacht mit dem Rückzug begonnen. Die Militäroperation „Heißer Winter“ hat die höchsten Opferzahlen seit dem Sechstagekrieg von 1967 gefordert. Bei neuerlichen Luftangriffen waren in der Nacht mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen.

Ein israelischer Armeesprecher bestätigte am Morgen, fast alle Bodentruppen seien inzwischen wieder aus dem Palästinensergebiet abgezogen. Die Luftangriffe sollten wie zuvor als punktuelle Reaktion auf Raketenangriffe militanter Palästinenser erfolgen. „Wenn sie uns weiter mit Raketen beschießen, werden wir zurückschießen“, erklärte der Sprecher.

Barak will „Gewalt anwenden, um die Situation zu verändern“

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, eine groß angelegte Invasion sei noch immer möglich. Israel werde möglicherweise versuchen, das Regime der Hamas im Gazastreifen zu stürzen. „Wir werden Gewalt anwenden, um die Situation zu verändern“, sagte Barak nach Angaben seines Büros bei einem Treffen mit Offizieren.

Nach Rundfunkangaben will Barak an diesem Montag mit juristischen Repräsentanten über die Möglichkeit beraten, bei neuen Raketenangriffen militanter Palästinenser direkt zurückzuschießen. Dabei solle geprüft werden, ob man auch bei Angriffen mit Kassam- und Grad-Raketen aus Bevölkerungszentren ungeachtet der Gefahr ziviler Oper direkt zurückschlagen kann.

Sicherheitsrat appelliert an Konfliktparteien

Am Sonntag wurden elf Palästinenser im Gazastreifen getötet, darunter ein 21 Monate altes Mädchen. Zehn weitere erlagen zuvor erlittenen Verletzungen oder wurden tot aufgefunden. Insgesamt kamen seit Mittwoch weit über hundert Palästinenser ums Leben. Zur Versorgung der mehr als 250 Verwundeten öffnete Ägypten erstmals wieder seinen Grenzübergang zum Gazastreifen in der Stadt Rafah.

Der UN-Sicherheitsrat forderte beide Konfliktparteien am Sonntag in New York auf, dem Blutvergießen ein Ende zu setzen. Die Europäische Union kritisierte das Vorgehen Israels im Gazastreifen als unangemessen. Auch Amerika verlangte ein Ende der Gewalt in Gaza. Zugleich forderte der Sprecher des Weißen Hauses, Gordon Johndroe, Israelis und Palästinenser zur Wiederaufnahme der Friedensgespräche auf, die von den Palästinensern nach den wechselseitigen Angriffen ausgesetzt worden waren.

Olmert erklärte: „Niemand hat das Recht, Israel Moral zu predigen, weil es grundlegende Maßnahmen zur Verteidigung von Hunderttausenden Bürgern vor andauerndem Beschuss ergreift“. Israel habe keinerlei Absicht, den Kampf gegen den Terror auch nur eine Sekunde zu stoppen. Olmert wolle der amerikanischen Außenministerin Condoleezza Rice bei ihrem Besuch am Dienstag mitteilen, dass Israel weiterhin an Gesprächen mit den moderaten Kräften in der palästinensischen Autonomiebehörde interessiert sei, schrieb die israelische Zeitung „Haaretz“ in ihrer Onlineausgabe am frühen Montagmorgen.

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