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Olympische Winterspiele  : Auch Litauens Präsidentin fährt nicht nach Sotschi 

  • Aktualisiert am

Sieht keine „politische Möglichkeit“: Dalia Grybauskaite Bild: dpa

Immer mehr Staatsoberhäupter nehmen nicht an den Olympischen Spielen im russischen Sotschi teil. Auch Litauens Präsidentin Grybauskaite sagte ihre Reise ab.

          Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite bleibt den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi aus Protest gegen die Politik Moskaus fern. Mit Blick auf die Menschenrechtsverletzungen in dem Land sowie den Umgang Russlands mit seinen Nachbarländern sehe sie „keine politische Möglichkeit, die Spiele in Sotschi zu besuchen“, sagte Grybauskaite am Donnerstag in einem Interview mit litauischen Medien in Brüssel, das von ihrer Pressestelle veröffentlicht wurde.

          Zudem kritisierte sie die von Moskau verhängten Wirtschaftssanktionen, von denen auch Litauen betroffen ist. Russland hatte im Oktober einen Importstopp für litauische Molkereiprodukte verfügt. Hintergrund war der Streit zwischen Russland und der EU über eine Annäherung früherer Sowjetrepubliken wie der Ukraine an die EU. Litauen hatte am 1. Juli turnusmäßig die EU-Ratspräsidentschaft übernommen.

          Die Regierung in Moskau steht insbesondere wegen eines Gesetzes gegen „Homosexuellen-Propaganda“ seit Monaten in der Kritik. Bürgerrechtler fordern daher den Boykott der Spiele in der Schwarzmeerstadt. Neben Bundespräsident Joachim Gauck und Frankreichs Präsident François Hollande hatten bereits mehrere weitere Staatschefs angekündigt, im kommenden Februar nicht nach Sotschi zu reisen. Lettlands Präsident Andris Berzins plant hingegen, die Sportveranstaltung zu besuchen. Forderungen nach einem Boykott kritisierte er kürzlich als einen Rückfall in die Zeiten des „Kalten Krieges“.

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