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Obama verurteilt Koranverbrennung „Ein Akt extremer Intoleranz und Bigotterie“

 ·  Der amerikanische Präsident hat die Koranverbrennung an einer Kirche in Florida scharf verurteilt. Es sei aber ein „Angriff auf die menschliche Würde“, daraufhin unschuldige Menschen zu töten, sagte Obama als Reaktion auf die Gewalttaten in Afghanistan.

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Präsident Barack Obama hat die Koranverbrennung an einer extremistischen Kirche in Florida sowie die dadurch ausgelösten Gewalttaten in Afghanistan scharf verurteilt. In einer Mitteilung des Weißen Hauses vom Samstag in Washington heißt es: „Die Schändung eines heiligen Textes, den Koran eingeschlossen, ist ein Akt extremer Intoleranz und Bigotterie. Als Reaktion darauf jedoch unschuldige Menschen anzugreifen und zu töten, ist ungeheuerlich und ein Affront für menschlichen Anstand und Würde.“ Keine Religion rechtfertige das „ Abschlachten und Enthaupten“ Unschuldiger,

Bei gewalttätigen Protesten gegen die Koranverbrennung kamen am Samstag in Kandahar mindestens neun Menschen ums Leben, mehr als 80 Menschen wurden bei den Zusammenstößen in der südafghanischen Stadt verletzt. Am Freitag hatten aufgebrachte Menschen in Mazar-i-Scharif im Norden des Landes einen Stützpunkt der UN gestürmt und sieben Ausländer getötet. Auch in Kabul und Herat gingen am Samstag hunderte von Demonstranten auf die Straße.

„Ernster Rückschlag für die zivilisierte Welt“

Auslöser der Proteste war eine Aktion des radikalen Predigers Terry Jones in Florida. Der umstrittene Pastor in Gainesville hatte schon am 20. März in seiner Gemeinde einen Koran verbrannt und Aufnahmen davon ins Internet gestellt. Über den Vorfall an der kleinen Kirche hatten die amerikanischen Medien nicht berichtet, um dem unbedeutenden Pastor keine Bühne zu bieten.

Erst die empörten Reaktionen des pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari und des afghanischen Staatschefs Hamid Karzai brachten den Vorfall ans Licht der Öffentlichkeit zerrten. Zardari sprach von einem „ernsten Rückschlag“ für die zivilisierte Welt, Karzai verurteilte die Tat am Donnerstag und forderte die Festnahme des Predigers. Tags darauf wurde die Koranverbrennung von Florida zum Thema zahlreicher Predigten bei den Freitagsgebeten in zahlreichen Moscheen Afghanistans.

Im vergangenen Jahr hatte Pastor Jones weltweit Aufsehen erregt, weil er das heilige Buch der Muslime am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September hatte verbrennen wollen. Seinerzeit hatten sich zahlreiche geistliche und politische Führer dafür eingesetzt, dass die umstrittene Aktion unterblieb.

Auch Präsident Obama hatte Jones gebeten, auf die Koranverbrennung zu verzichten. Nach seiner im September 2010 zunächst abgesagten und jetzt doch vollzogenen Koranverbrennung sagte Pastor Jones jetzt, er fühle sich „nicht verantwortlich“ für die gewalttätigen Proteste. Der Tod der UN-Mitarbeiter werde „nichts an dem ändern, was wir tun“, sagte er: „Die Zeit ist gekommen, den Islam zur Verantwortung zu ziehen.“ Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Überfall von Masar-i-Scharif forderte von der afghanischen Regierung Konsequenzen und eine lückenlose Aufklärung. Die Verantwortlichen müssten gefunden und bestraft werden.

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