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Obama gegen McCain Wahlkampf in Amerika ist der teuerste aller Zeiten

31.10.2008 ·  Trotz Rezession, Banken- und Immobilienkrise: Die Wahlen zur Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten und zum Kongress 2008 sind die teuersten in der amerikanischen Geschichte sind: Gut fünf Milliarden Dollar kosten sie - mindestens.

Von Claus Tigges, Washington
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Der Kampf ums Weiße Haus mag eine Woche vor dem Votum der Wähler noch nicht entschieden sein. Doch schon jetzt ist sicher, dass die Wahlen zur Präsidentschaft und zum Kongress 2008 die teuersten in der amerikanischen Geschichte sind.

Mehr als 5,3 Milliarden Dollar werden letztlich im Ringen um die Wählergunst für Fernsehwerbung und vieles mehr ausgegeben worden sein - von Barack Obama und John McCain sowie von all jenen, die sich um 435 Sitze im Repräsentantenhaus und um 34 der 100 Plätze im Senat bewerben. Das jedenfalls schätzt das Center for Responsive Politics in Washington, ein „Think Tank“, der sich der Analyse der Wahlkampffinanzierung widmet.

Allein der Präsidentschaftswahlkampf wird demnach 2,4 Milliarden Dollar verschlingen, so viel wie nie zuvor (Siehe auch: Obamas TV-Wahlkampf: Trommelfeuer im Luftkrieg ). Obama und McCain haben seit Januar vergangenen Jahres zusammen mehr als 900 Millionen Dollar an Spenden aufgetrieben; zusammen mit den vorher ausgeschiedenen Bewerbern wie Hillary Clinton, Mitt Romney und anderen sind es mehr als 1,5 Milliarden. Damit wird sich das Spendenaufkommen im Vergleich zur Präsidentenwahl 2004 nahezu verdoppeln.

Trotz Rezession, Banken- und Immobilienkrise: Die Wahlen zur Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten und zum Kongress 2008 sind die teuersten in der amerikanischen Geschichte sind: Gut fünf Milliarden Dollar kosten sie - mindestens.

Obama sammelte mehr kleine Beträge

Wie aus den Zahlen der amerikanischen Bundeswahlkommission hervorgeht, hat der Demokrat Obama rund 660 Millionen Dollar an Spenden eingesammelt. Der Republikaner McCain kommt auf 238 Millionen Dollar und liegt damit sogar noch hinter Frau Clinton, die schon im Sommer aus dem Rennen ausgeschieden ist. Obama und McCain haben das meiste Geld von Privatpersonen erhalten, mehr als von den von Gewerkschaften, Unternehmensbelegschaften und Lobbygruppen gegründeten Political Action Committees (PAC).

Ein wichtiger Unterschied besteht allerdings in der Höhe der Spenden: Obama hat knapp 39 Prozent seiner Spenden in Beträgen von 200 Dollar oder weniger bekommen, McCains Spender haben größtenteils - zu 27 Prozent - zwischen 200 und 2299 Dollar an ihren Kandidaten überwiesen.

„Eine Reihe von neuen Rekorden“

„Diese Wahl wird eine Reihe von neuen Rekorden aufstellen, nicht nur das Überschreiten der 5-Milliarden-Marke“, sagt Sheila Krumholz, Direktorin der Denkfabrik. Es sei ermutigend, zu sehen, dass die traditionelle Dominanz von Großspendern und Interessengruppen, die oft eine konkrete Gegenleistung des Wahlsiegers erwarteten, gebrochen werde. „Das Einzige, was Kleinspender erwarten, ist der Sieg am Wahltag. Das ist eine Entwicklung, die für die Demokratie gesund ist“, sagt Krumholz.

Nach Angaben des Center for Responsive Politics hatten die Bewerber um Plätze in Repräsentantenhaus und Senat bis vergangene Woche insgesamt rund 1,5 Milliarden Dollar an Spenden für ihre Wahlkämpfe eingesammelt, wobei Amtsinhaber offenbar einen gewaltigen Vorsprung gegenüber ihren Herausforderern haben. Senatoren haben beispielsweise durchschnittlich 8,3 Millionen Dollar eingenommen, ihre Herausforderer gerade einmal 850.000 Dollar.

Vom Ausgang der Kongresswahl hängt viel ab. Es wird allgemein damit gerechnet, dass die Demokraten ihre Mehrheiten in den beiden Kammern ausbauen können. Das würde einem Präsidenten Obama das Regieren tendenziell erleichtern, und es würde es für McCain noch schwieriger machen, seine Politik ins Werk zu setzen.

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