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Nordkorea-Konflikt : Südkorea nennt Rakete mit Atomsprengkopf „rote Linie“

  • Aktualisiert am

Südkoreas Präsident Moon Jae-in Bild: EPA

Deutlich wie nie zuvor hat Südkorea den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un vor einer militärischen Eskalation gewarnt. Zugleich betont Seoul seine enge Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten.

          Südkoreas Präsident Moon Jae-in hat den Nachbarn Nordkorea im Konflikt um das Atomprogramm vor dem Überschreiten einer „roten Linie“ gewarnt. Das wäre der Fall, sollte das Land „abermals eine Interkontinentalrakete abschießen und diese mit einem Atomsprengkopf bewaffnen“, konkretisierte Moon am Donnerstag erstmals frühere Warnungen an Nordkorea.

          Zugleich betonte der Präsident in seiner Pressekonferenz anlässlich seiner ersten 100 Tage im Amt, die Vereinigten Staaten hätten ihm versichert, zunächst Südkoreas Genehmigung einzuholen, bevor sie militärisch gegen das kommunistische Land vorgingen. Moon rief Nordkorea nun dazu auf, weitere Provokationen zu unterlassen.

          Pjöngjang auf Entspannungskurs

          Der amerikanische Generalstabschef Joseph Dunford sagte bei einem Besuch in Peking, die Vereinigten Staaten favorisierten eine friedliche Lösung. Allerdings gehe niemand davon aus, dass ökonomischer Druck allein zu einer Entnuklearisierung führe. Deswegen halte Amerika zunächst auch an seinen Militärmanövern fest. Am 21. August soll eine Großübung mit Zehntausenden amerikanischen und südkoreanischen Soldaten beginnen. Nordkorea hat diese Manöver in der Vergangenheit als Kriegsvorbereitungen gewertet.

          Die Regierung in Pjöngjang hat wiederholt damit gedroht, Mittelstreckenraketen in Richtung der amerikanischen Pazifikinsel Guam abzuschießen. Donald Trump kündigte für diesen Fall eine Reaktion aus „Feuer und Zorn“ an. Zuletzt sandte Nordkoreas Machthaber Kim Jon-un jedoch ein Signal der Entspannung. Er sagte, er wolle mit seiner Entscheidung über einen Start der Raketen abwarten. Trump lobte Kim daraufhin für dessen „sehr kluge“ Entscheidung.

          Immer wieder betonten Regierungsvertreter, die Vereinigten Staaten seien zwar dazu bereit, militärisch gegen das international isolierte Land vorzugehen, bevorzugten jedoch eine diplomatische Lösung des Konflikts. Dabei setzen sie auf China, Nordkoreas einzigen wichtigen Verbündeten und Handelspartner. Das chinesische Außenministerium teilte am Donnerstag mit, Verhandlungen könnten die Probleme auf der koreanischen Halbinsel lösen. Ein Militärschlag dürfe keine Option sein.

          Ähnlich äußerte sich auch Trumps umstrittener Chefstratege Steve Bannon. Er begründete diese Haltung mit der Bedrohung von Südkoreas Hauptstadt Seoul. Dem Politikmagazin „The American Prospect“ sagte Bannon: „Sie haben uns.“ Schließlich wolle niemand, dass zehn Millionen Menschen in Seoul innerhalb von 30 Minuten durch konventionelle Waffen getötet würden.

          Seit dem Korea-Krieg zwischen 1950 und 1953 befinden sich Südkorea und die Vereinigten Staaten mit Nordkorea formal im Kriegszustand. Sie haben keinen Friedensvertrag, sondern lediglich einen Waffenstillstandsvertrag unterzeichnet.

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