Home
http://www.faz.net/-gq5-16ftv
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Samstag, 11. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nordkorea versenkte Kriegsschiff Obama verurteilt „Akt der Aggression“

20.05.2010 ·  Der Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes vor acht Wochen, bei dem 46 Seeleute ums Leben kamen, geht nach Angaben aus Seoul eindeutig auf den Beschuss durch nordkoreanische Torpedos zurück. Nordkorea weist die Vorwürfe zurück, warnt vor Vergeltung und droht mit einem „totalen Krieg“.

Artikel Bilder (8) Video Lesermeinungen (28)

Die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Bei den Ermittlungen zum Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffs nahe der gemeinsamen Seegrenze haben die Ermittler in Seoul nach eigenen Angaben Beweise für einen nordkoreanischen Torpedo-Angriff gefunden. Präsident Lee Myung Bak kündigte am Donnerstag eine scharfe Antwort an Nordkorea an.

Der kommunistische Staat drohte für den Fall einer Vergeltungsaktion mit einem „totalen Krieg“ und bezeichnete die Beweise als konstruiert. Der kommunistisch Staat hat jeden Verdacht zurückgewiesen, er sei in den Vorfall verwickelt.

Die Vereinigten Staaten warfen Nordkorea nach Veröffentlichung des Ermittlungsberichts einen Akt der Aggression vor, der eine Herausforderung an den internationalen Frieden und die Sicherheit darstelle. Der Angriff sei ein weiteres Beispiel für das inakzeptable Verhalten Nordkoreas und seine Missachtung des Völkerrechts, erklärte das Weiße Haus. Wie ein Sprecher mitteilte, habe der amerikanische Präsident Obama den „Akt der Aggression scharf verurteilt“. Den Untersuchungsbericht des Expertenteams nannte die amerikanische Regierung eine „objektive und wissenschaftliche Bewertung der Beweise“.

„Die Beweise legen ganz klar den Schluss nahe, dass das Torpedo von einem nordkoreanischen U-Boot abgefeuert wurde“, heißt es in dem am Donnerstag vorgelegten Ermittlungsbericht. „Es gibt keine andere plausible Erklärung.“

Beim Untergang des Kriegsschiffs „Cheonan“ kamen im März 46 Seeleute ums Leben. Nord- und Südkorea befinden sich nach dem Waffenstillstand von 1953 noch offiziell im Kriegszustand. Die Grenze zwischen beiden Staaten ist die am schwersten bewachte der Welt.

Südkoreanische Zeitungen hatten bereits am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise über einige angebliche Details des Untersuchungsberichts berichtet. Demnach sehen Teile des gefundenen Torpedo-Propellers einem nordkoreanischen Modell ähnlich, das vor sieben Jahren in den Besitz des Südens gelangte. Die Seriennummer des Torpedos sei zudem in einer Schriftart geschrieben, die typisch für Nordkorea ist.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat sich höchst beunruhigt über das Untersuchungsergebnis geäußert. Der Generalsekretär sei „tief besorgt“, sagte ein UN-Sprecher am Donnerstag in New York. „Die Fakten, die der Bericht darlegt, sind höchst verstörend“, sagte Ban. Der Generalsekretär, der selbst Südkoreaner ist, würdigte, dass die Regierung in Seoul bei der Untersuchung des Untergangs „maßvoll und geduldig, objektiv und wissenschaftlich“ vorgegangen sei und auch ausländische Experten daran beteiligt habe.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Nie wieder Steuersenkungen?

Von Jasper von Altenbockum

Diese Woche hat gezeigt, wie sehr die Schuldenbremse schon den föderalen Alltag bestimmt. Wenn es nach der SPD ginge, könnte es ihretwegen wohl so schnell nicht wieder Steuersenkungen geben. Mehr 5 5