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Konflikt mit Amerika : Nordkorea verlegt Kampfflugzeuge an die Ostküste

  • Aktualisiert am

Nordkoreas Präsident Kim Jong-un am 13. April auf dem Weg zu einer offiziellen Veranstaltung in Pjöngjang Bild: AP

Wurde Pjöngjang von Washingtons Machtdemonstration am Wochenende überrascht? Zusätzliche Gegenmaßnahmen deuten darauf hin. Russland sucht hinter den Kulissen nach Kontakt.

          Nordkorea trifft offenbar zusätzliche Verteidigungsmaßnahmen an seiner Ostküste. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf eine Parlamentsunterrichtung durch den südkoreanischen Geheimdienst NIS berichtet, soll die Luftwaffe des Landes Flugzeuge an die Ostküste des Landes verlegen. Auch die Küstenverteidigung würde verstärkt.

          Am Wochenende hatten die Vereinigten Staaten B-1B-Langstreckenbomber von der Pazifikinsel Guam und F-15-Jagdflugzeuge in den internationalen Luftraum, östlich von Nordkorea geschickt. Zwar drangen die Maschinen zu keiner Zeit in den Luftraum des Landes ein. Dennoch war es das erste Mal in diesem Jahrhundert, dass amerikanische Kampfflugzeuge so weit nördlich der entmilitarisierten Zone flogen, die Nord- und Südkorea voneinander trennen.

          Der NIS geht davon aus, dass das nordkoreanische Militär den Flug der amerikanischen Kampfflugzeuge in der Nacht zum Sonntag vermutlich nicht vollständig erfasst habe. Das Land habe keine sofortigen Gegenmaßnahmen getroffen. Die Truppenbewegungen sind die jüngste Entwicklung im seit Monaten schwelenden Konflikt zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten. Vor allem die Präsidenten Kim Jong- un und Donald Trump tauschten in den vergangenen Wochen immer wieder Drohungen und Beleidigungen aus. Noch am Samstag hatte Präsident Trump getwittert, Nordkoreas Machthaber Kim und seine Regierung würden nicht mehr lange existieren.

          Neue Provokation : Nordkorea sieht sich im Krieg und verlagert Flugzeuge

          Pjöngjang wirft Washington inzwischen vor. dem Land den Krieg erklärt zu haben und droht mit dem Abschuss amerikanischer Langstreckenbomber. Die jüngsten Bemerkungen von Amerikas Präsident Donald Trump am Wochenende seien eindeutig eine Kriegserklärung, hatte Nordkoreas Außenminister Ri Yong-ho am Montag im Anschluss an die UN-Vollversammlung in New York gesagt. „Wir haben jedes Recht, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dazu gehört das Recht, strategische Bomber der USA abzuschießen, auch wenn sie sich nicht im Luftraum unseres Landes befinden.“ Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte hierzu: „Wir haben Nordkorea nicht den Krieg erklärt.“ Diese Annahme sei einfach nur absurd. Außerdem, fügte sie hinzu. sei es niemals angemessen, Flugzeuge eines anderen Landes im internationalen Luftraum abschießen zu wollen.

          Das Pentagon sandte derweil unterschiedliche Signale aus. Verteidigungsminister James Mattis rief dazu, sich um eine rhetorische Entschärfung des Streits zu bemühen. Seine Regierung unterstütze die Bemühungen der Diplomaten, den Konflikt „so lange wie möglich im Bereich des Diplomatischen zu belassen“, sagte Mattis am Dienstag bei einem Besuch in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. Dennoch sei sein Land notfalls bereit, in dem Konflikt notfalls militärische Mittel einzusetzen. Pentagon-Sprecher Robert Manning erklärte, man sei darauf vorbereitet, die Vereinigten Staaten und verbündete Staaten zu verteidigen. „Wenn Nordkorea seine Provokationen nicht einstellt, werden wir dem Präsidenten Optionen anbieten, um mit Nordkorea umzugehen.“

          Aus der chinesischen und russischen Hauptstadt gab es am Dienstag neue Aufrufe zur Deeskalation. „Die Politiker in den USA und Nordkorea verfügen hoffentlich über genügend politisches Urteilsvermögen, um einzusehen, dass der Einsatz militärischer Mittel niemals eine gute Methode ist, um den Konflikt auf der Halbinsel zu bereinigen und ihre eigenen  Bedenken zu zerstreuen“, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Lu Kang. Gegenseitige Drohgebärden und Provokationen würden den Konflikt nur anheizen und den Raum für eine politische Lösung verringern.

          Auch das russische Außenministerium warnte der Nachrichtenagentur RIA zufolge in einer Meldung aus Moskau, es könne keine militärische Lösung für den Konflikt geben. Der Leiter der Abteilung für Rüstungskontrolle im russischen Außenministerium, Michail Uljanow, sagte am Dienstag zudem, man arbeite hinter den Kulissen an einer Entspannung der Situation. „Wir bemühen uns wenigstens, die Situation in eine akzeptable Richtung zu bringen“, sagte der Diplomat der Agentur Interfax zufolge. Details nannte er nicht.

          Vergangene Woche hatte Nordkoreas Außenminister Ri angedeutet, dass sein Land als Machtdemonstration eine Wasserstoffbombe im Pazifik zünden könne; auch wenn Nordkoreas Außenminister betonte, dass er nichts über die Pläne von Staatschef Kim Jong-un wisse.

          Quelle: lohe./AFP/dpa/Reuters

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