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Provokation : Nordkoreaner stören offenbar gezielt GPS in Südkorea

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Auch am Freitag schoss Nordkorea wieder eine Rakete in Richtung Meer ab - Aufnahme vom 4. März 2016. Bild: dpa

Neue Provokation Nordkoreas: Am Morgen noch flog eine Rakete, jetzt wird bekannt, dass Pjöngjang offenbar seit Monaten das GPS-Signal Südkoreas gezielt stört.

          Inmitten wachsender Spannungen auf der koreanischen Halbinsel macht Südkorea den Nachbarn Nordkorea für Störangriffe auf das Satelliten-Navigationssystem GPS verantwortlich. „Nordkoreas GPS-Jamming (Störsendungen) ist eine klare Provokation, die gegen das bilaterale Waffenstillstandsabkommen verstößt“, hieß es in einer Erklärung des Verteidigungsministeriums in Seoul am Freitag.

          Zudem feuerte Nordkoreas Militär eine Flugabwehrrakete in Richtung Ozean ab. Den Angaben des Ministeriums zufolge flog die Rakete nach ihrem Start im Nordosten des Landes etwa 100 Kilometer und stürzte ins Japanische Meer (Ostmeer). Flugabwehrraketen sind keine ballistischen Raketen, deren Start Nordkorea vom UN-Sicherheitsrat untersagt ist.

          Südkorea warf Nordkorea vor, seit etwa einem Monat den Empfang von GPS-Signalen in der Grenzregion Südkoreas mittels Störsender unterbrechen zu wollen. Seit Donnerstag verstärke Nordkorea die Störungen. Bisher seien zwar keine größeren Zwischenfälle gemeldet worden, doch seien mehr als 100 Flugzeuge und Schiffe betroffen gewesen. GPS (Global Positioning System) wird zur Positionsbestimmung genutzt, so auch von Navigationsgeräten in Autos.

          Das Verteidigungsministerium warnte Nordkorea vor Gegenmaßnahmen. Nordkorea werde einen Preis für seine Provokationen zahlen müssen. Konkrete Schritte wurden zunächst nicht genannt.

          Demonstration militärischer Stärke

          Nordkoreas Raketentest erfolgte nach einem Treffen von US-Präsident Barack Obama mit der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye und dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe am Donnerstag in Washington. Dabei hatten die USA angesichts nuklearer Drohgebärden Nordkoreas der vergangenen Wochen ihren Schulterschluss mit beiden Ländern betont. Zuletzt schoss das wegen seines Atomprogramms isolierte Nordkorea mehrere Artilleriegeschosse und Raketen in Richtung Wasser, darunter auch eine Mittelstreckenrakete.

          Die Tests werden auch als Demonstration militärischer Stärke gesehen. Wegen eines neuen Atomtests des Landes im Januar und eines ebenfalls umstrittenen Starts einer Weltraumrakete hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen das kommunistische Regime verschärft. Nordkoreas Raketentests werden in Seoul zudem als Reaktion auf ein Großmanöver der US-Streitkräfte mit Südkorea gewertet.

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