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Gespräche in Panmunjom : Nordkorea öffnet Telefonverbindung

Bild: KO/POOL/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Nordkorea will Sportler und eine ranghohe Delegation zu den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang schicken. Südkorea erwägt, die Sanktionen zeitweise auszusetzen.

          Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sind am Dienstag erstmals seit mehr als zwei Jahren offizielle Delegationen von Nord- und Südkorea zu innerkoreanischen Gesprächen zusammengekommen. Das Treffen im schwer bewachten Grenzort Panmunjom, in dem sich Soldaten beider Staaten direkt gegenüberstehen, bietet einen Schimmer der Hoffnung auf Tauwetter auch im Konflikt um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm. Vorrangiges Thema der Gespräche sind aber die Olympischen Winterspiele, die im Februar im südkoreanischen Pyeongchang beginnen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Laut südkoreanischen Angaben teilte der Norden mit, dass eine im westlichen Teil der Grenze liegende militärische Telefonverbindung wieder freigeschaltet worden sei. Zudem äußerte der Norden am Vormittag den Willen, Sportler und eine ranghohe Delegation zu den Winterspielen zu entsenden. Pjöngjang will auch mit Tanzgruppen und einer Taekwondo-Demonstrationsgruppe in Pyeongchang Stimmung für Nordkorea machen. Südkorea schlug vor, dass die beiden koreanischen Teams bei der Eröffnungs- und der Abschlussfeier der Winterspiele unter gemeinsamer Fahne in das Stadion marschieren. Das letzte Mal gab es dieses Zeichen eines geeinten Koreas bei den Winterspielen in Turin 2006. Seoul regte Gespräche der Roten Kreuz-Organisationen beider Staaten an, um zum Neujahrsfest nach dem Mondkalender im Februar ein Treffen getrennter Familien zu ermöglichen. Die Gespräche sollen am Nachmittag fortgeführt werden.

          „Ich bin hierhergekommen mit der Hoffnung, dass beide Koreas aufrichtig und vertrauensvoll miteinander sprechen, um dem koreanischen Volk als erstes Neujahrsgeschenk wertvoller Resultate zu geben“, sagte Ri Son-gwon, der Leiter der nordkoreanischen Delegation, zu Beginn der Gespräche. Ri ist Vorsitzender des nordkoreanischen Komitees für die friedliche Wiedervereinigung des Landes. Südkoreas Vereinigungsminister Cho Myoung-gyon hoffte auf Gespräche mit Entschlossenheit und Ausdauer.

          Anreise des nordkoreanischen Teams ein Problem

          Bei Temperaturen unter Null Grad scherzte Ri, es sei nicht übertrieben zu sagen, dass die koreanischen Beziehungen stärker eingefroren seien als das Wetter. Für die Verhandlungspartner stand „Pyeongchang-Mineralwasser“ bereit, dass nach dem Ort der kommenden Winterspiele in Südkorea benannt ist. Dem Wunsch des Nordens, die Gespräche live im Fernsehen zu übertragen, kam Südkorea nicht nach.

          Bild: dpa

          Südkorea sprach nach eigenen Angaben auch die Notwendigkeit an, Akte zu vermeiden, die die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel eskalieren und den Dialog auch über die Denuklearisierung wieder aufzunehmen, um Frieden zu bringen. Die Nordkoreaner hätten dem aufmerksam zugehört, ohne es zu kommentieren, sagte Chun Hae-sung vor Journalisten. Nordkorea habe weder die Sanktionen noch das Industriegebiet Kaesong angesprochen. In Kaesong nördlich der Grenze wirtschafteten bis zum Jahresbeginn 2016 nordkoreanische Arbeiter und südkoreanisches Kapital zusammen, bis der Süden nach einem abermaligen Atomtest Nordkoreas das Gewerbegebiet schloss.

          Es sind die ersten offiziellen Gespräche zwischen Nord- und Südkorea seit Dezember 2015. Die schnelle Annäherung beider Staaten im Januar, nachdem Nordkoreas Herrscher Kim Jong-un in seiner Neujahrsrede den Wunsch an der Teilnahme an den Olympischen Winterspielen geäußert hatte, ist ein Hoffnungsschimmer.

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          Dennoch müssen für die Teilnahme Nordkoreas an den Winterspielen noch diverse technische Details geklärt werden. Nach Angaben des Vorbereitungskomitees ist man auf die Teilnahme nordkoreanischer Sportler vorbereitet. Die Teilnahme eines größeren Cheering-Teams könnte aber Fragen der Unterbringung aufwerfen. Unklar ist auch, wie eine nordkoreanische Delegation inklusive Athleten nach Südkorea reisen würde. Ein Flug mit der nordkoreanischen Fluggesellschaft Air Koryo ist wegen der Sanktionen nicht möglich. Am einfachsten wäre der Weg über die schwer bewachte Grenze, das aber muss im Detail besprochen werden. Offen ist auch, ob Nordkorea vom Süden oder vom Internationalen Olympischen Komitee finanzielle Unterstützung für eine Teilnahme erhalten würde. Es ist umstritten, ob das im Einklang mit den internationalen Sanktionen gegen Nordkorea möglich ist. Südkorea erwägt, die Sanktionen gegen den Norden zeitweise auszusetzen, sollte dies für die Teilnahme einer nordkoreanischen Delegation an den Winterspielen notwendig sein.

          Quelle: FAZ.NET

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