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Kims Antwort auf Trump : „Nur ein verängstigter Hund bellt lauter“

  • Aktualisiert am

So präsentiert sich der Staatschef gern: Propagandafoto von Kim Jong-un Bild: AFP

Es soll die erste direkte Stellungnahme eines nordkoreanischen Führers sein. Hier ist Kim Jong-uns Replik auf Donald Trumps UN-Rede im Wortlaut.

          Nordkoreas Führer Kim Jong-un hat auf die Rede des amerikanischen Präsidenten Donald Trump vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen geantwortet. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichte am Freitag diese Stellungnahme:

          Die Antrittsrede des amerikanischen Präsidenten vor den Vereinten Nationen, (gehalten) unter den vorherrschenden ernsthaften Umständen, in denen die Situation auf der koreanischen Halbinsel so gespannt ist wie nie zuvor und nahe an einem sehr riskanten Zustand, löst weltweit Sorgen aus.

          Als ich mir vorzustellen versuchte, was Trump wohl sagen würde, erwartete ich klischeehafte, vorbereitete Ausführungen, die sich ein wenig unterscheiden würden von den Worten, die er in seinem Büro in den Mund zu nehmen pflegt, ganz spontan in dem Moment, in dem er auf der weltgrößten offiziellen diplomatischen Bühne reden musste.

          Aber weit davon entfernt, eine überzeugende Rede zu halten, die als hilfreich gesehen werden könnten, um die Spannung zu entschärfen, redete er beispiellosen, groben Unsinn, wie man ihn noch von keinem seiner Amtsvorgänger je gehört hat.

          (Nur) ein verängstigter Hund bellt lauter.

          Ich möchte Trump raten, seine Worte mit Bedacht zu wählen, und zu bedenken, mit wem er spricht, wenn er vor aller Welt redet.

          Das geistesgestörte Verhalten des amerikanischen Präsidenten, mit dem in der Arena der UN unverhüllt der unethische Wille zum Ausdruck gebracht wurde, einen souveränen Staat „vollständig zu vernichten“, jenseits der Grenze der Drohung mit einem Regimewechsel oder einem Sturz des sozialen Systems, veranlasst sogar jene mit normalem Denkvermögen, über Besonnenheit und Fassung nachzudenken.

          Seine Rede erinnert mich an Begriffe wie „politischer Laie“ und „politischer Ketzer“, die im Zusammenhang mit Trumps Wahlkampf in Mode waren.

          Nach dem Amtsantritt versetzte Trump die Welt in Unruhe, durch Drohungen und Erpressung gegen alle Staaten der Welt. Er ist unfähig, die oberste Befehlsgewalt eines Landes auszuüben, und er ist gewiss eher ein Schurke und Gangster, der gern mit dem Feuer spielt, als ein Politiker.

          Seine Rede, welche die amerikanische Option durch den unverblümten Ausdruck seines Willens beschrieben hat, hat mich mehr darin bestärkt als dass sie mich erschreckt oder davon abgebracht hätte, dass der Weg, den ich gewählt habe, der richtige ist, und dass ich ihm bis zum Ende folgen muss.

          Jetzt, da Trump mir und meinem Land die Existenz versagt und mich und mein Land vor den Augen aller Welt beleidigt hat, da er die wildeste Kriegserklärung der Geschichte abgegeben hat, dass er die D.P.R.K. (Demokratische Volksrepublik Korea) zerstören würde, werden wir ernsthaft erwägen, demgemäß die härteste Gegenmaßnahme der Geschichte zu ergreifen.

          Handeln ist die beste Option, mit dem senilen Greis umzugehen, der, da er schwerhörig ist, nur das sagt, was er sagen will.

          Als ein Mann, der die D.P.R.K. repräsentiert, und im Namen der Würde und Ehre meines Staates, meines Volkes und meiner selbst, werde ich den Oberbefehlshaber der Vereinigten Staaten teuer für seine Rede bezahlen lassen, in der er zu einer totalen Zerstörung der D.P.R.K. aufruft.

          Dies ist keine Ausdrucksweise, die Trump liebt.

          Ich frage mich ernsthaft, welche Antwort er erwartete, als er sich herausnahm, solch exzentrische Worte über seine Lippen zu bringen.

          Was auch immer Trump erwartet haben mag, er wird Folgen erleben, die er nicht erwartet hat.

          Ich werde den geistesgestörten amerikanischen Greis sicher und endgültig mit Feuer bändigen.

          Dies ist eine Übersetzung des in der „New York Times“ erschienenen englischen Textes.

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