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Nordkorea Journalistinnen als Druckmittel gegen Washington

14.05.2009 ·  Nordkorea will zwei amerikanische Journalistinnen, die seit zwei Monaten in dem Land inhaftiert sind, am 4. Juni vor Gericht stellen. Den beiden Frauen werden Spionage und „feindliche Aktivitäten“ vorgeworfen. Ihnen drohen bis zu zehn Jahren Lagerhaft.

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Nordkorea will zwei amerikanische Journalistinnen, die seit zwei Monaten in dem Land inhaftiert sind, am 4. Juni vor Gericht stellen. Euna Lee und Laura Ling waren am 17.März festgenommen worden, als sie an der chinesisch-nordkoreanischen Grenze über nordkoreanische Flüchtlinge recherchierten. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichte am Donnerstag außer dem Datum der Gerichtsverhandlung keine Einzelheiten über die Anklage.

In früheren Verlautbarungen waren den beiden Frauen Spionage und „feindliche Aktivitäten“ vorgeworfen worden. Diese Vergehen könnten nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mit Lagerhaft bis zu zehn Jahren bestraft werden. Die Journalistinnen wollten im Auftrag des Internet-Senders Current TV des früheren amerikanischen Vize-Präsidenten Gore über die Lage von Nordkoreanern berichten, die sich über die grüne Grenze nach China absetzen.

Nach Angaben von Fluchthilfe-Organisationen in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul gibt es Hinweise darauf, dass die beiden Frauen von ihrem örtlichen Führer in China absichtlich über die Grenze geführt wurden.

Direkter Kontakt mit Washington?

Nach Ansicht von Beobachtern will Nordkorea, die beiden als Druckmittel benutzen, um mit der amerikanischen Regierung in direkten Kontakt zu kommen.

Das kommunistische Land ist seit seinem Raketentest vor wenigen Wochen noch weiter in die Isolation geraten und hat sich nach der Verurteilung des Raketentests durch den UN-Sicherheitsrat aus den Sechser-Gesprächen über sein Atomprogramm zurückgezogen. Die Vereinigten Staaten haben unter der Regierung Obama direkte Gespräche mit Pjöngjang nicht ausgeschlossen, wollen aber an dem Rahmen der Sechser-Gespräche festhalten.

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