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Olympische Winterspiele : Nordkorea: Kein Treffen mit Amerikanern

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Nordkorea bei den Olympischen Spielen: Wettkämpfe ja, Verhandlungen nein, so lautet die offizielle Linie. Bild: dpa

Nordkorea hat möglichen Hoffnungen einen Riegel vorgeschoben: Bei den Olympischen Spiele werde es kein Treffen mit amerikanischen Vertretern geben. Und doch könnte es so kommen.

          Nordkorea hat Spekulationen über ein mögliches Treffen mit amerikanischen Vertretern bei den Olympischen Winterspielen eine Absage erteilt. „Wir stellen das hiermit klar. Wir haben nicht die geringste Absicht, bei unserem Besuch im Süden amerikanischen Vertreter zu treffen“, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag Cho Yong-sam, einen ranghohen Vertreter des nordkoreanischen Außenministeriums. Amerikanische Regierungsmitglieder hatten mögliche Treffen bislang nicht ausgeschlossen.

          „Wir haben nie um Dialog mit den Vereinigten Staaten gebettelt und werden das nie tun“, wurde Cho weiter zitiert. Der Grund für den Aufenthalt der nordkoreanischen Delegation in Südkorea sei die Teilnahme an den Winterspielen. „Wir werden keine sportlichen Festivitäten wie die Olympischen Winterspiele für politische Zwecke nutzen“, sagte Cho weiter.

          Amerikas Vize-Präsident Mike Pence, der an der Eröffnungsfeier im südkoreanischen Pyeongchang teilnehmen wird, hatte auf dem Weg nach Asien ein Treffen mit nordkoreanischen Vertretern nicht ausgeschlossen. „Ich habe nicht um ein Treffen gebeten. Wir werden sehen, was passiert.“ Ähnlich hatte sich zuvor Amerikas Außenminister Rex Tillerson geäußert.

          Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass es zu einer Begegnung kommt: Pence und Nordkoreas protokollarisches Staatsoberhaupt Kim Yong-nam nehmen beide an der Eröffnungsfeier in Pyeongchang teil und könnten bei einem Empfang, der vorher stattfinden soll, in einem Raum landen.

          „Maximaler Druck“ auf Nordkorea

          Im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm hatte Pence am Mittwoch die bislang „härtesten und aggressivsten Sanktionen“ seines Landes gegen Pjöngjang angekündigt. Die Vereinigten Staaten würden ihren „maximalen Druck so lange weiter verschärfen, bis Nordkorea konkrete Schritte hin zu einer vollständigen, nachweisbaren und unumkehrbaren Denuklearisierung“ einleite, sagte er in Tokio.

          Mit Blick auf die nordkoreanische Delegation in Pyeongchang warnte Pence, Nordkorea dürfe die Olympischen Winterspiele in Südkorea nicht für „Propaganda“ missbrauchen. Das kommunistische Land könne nicht hinter der olympischen Fahne verbergen, dass es „seine eigene Bevölkerung versklavt und eine ganze Region bedroht“.

          Die amerikanische Regierung hatte bislang erklärt, sie werde nicht die Initiative für Gespräche mit Nordkorea während der Winterspiele ergreifen. Sie ist aber zum Dialog mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un bereit, um den Konflikt um Pjöngjangs Atomprogramm zu lösen.

          In den vergangenen Monaten hatte sich der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm verschärft. Die Führung in Pjöngjang verstieß mit Raketen- und Atomtests wiederholt gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Im September nahm Nordkorea nach eigenen Angaben seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vor. Zudem testete Pjöngjang mehrfach Mittelstreckenraketen.

          Nach dem Test einer Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15 Ende November erklärte Pjöngjang, das gesamte amerikanische Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte in mehreren Runden die Sanktionen gegen das abgeschottete Land. Dafür stimmte auch China, Nordkoreas engster Verbündeter.

          Nordkorea hatte erst vor wenigen Wochen seine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen im benachbarten Südkorea verkündet. Die Teilnahme gilt als wichtiges Zeichen der Entspannung im Verhältnis zwischen den verfeindeten Staaten der koreanischen Halbinsel.

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