http://www.faz.net/-gpf-94jx4

Konflikt mit Washington : Nordkorea: Amerikanische Drohungen machen Krieg unausweichlich

  • Aktualisiert am

Zumindest Kartoffeln hat Nordkorea offenkundig genug: Diktator Kim Jong-un inspiziert eine Fabrik Bild: AFP

Angesichts des gemeinsamen Militärmanövers der Vereinigten Staaten und Südkoreas verschärft Nordkorea abermals die Rhetorik. Eine chinesische Staatszeitung gibt derweil schon Tipps für den Fall eines atomaren Angriffs.

          Die gemeinsamen südkoreanisch-amerikanischen Militärmanöver und Drohungen der Vereinigten Staaten mit einem Präventivschlag führen nach Ansicht Nordkoreas unausweichlich zum Krieg. Dies sei eine „feststehende Tatsache“, sagte ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums am späten Mittwochabend der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge. „Die offene Frage ist jetzt: Wann wird der Krieg ausbrechen.“

          Nordkorea wolle keinen Krieg, werde sich aber auch nicht verstecken. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. Nordkorea testete unter Verletzung amerikanischer Resolutionen Raketen und Atomwaffen, zuletzt eine neue Interkontinentalrakete. Am Montag starteten die Vereinigten Staaten und Südkorea ein groß angelegtes Militärmanöver in der Region. Wegen des Atom- und Raketenprogramms Nordkoreas hatte sich der amerikanische Präsident Donald Trump einen monatelangen verbalen Schlagabtausch mit der Führung in Pjöngjang geliefert.

          Angesichts der zunehmenden Spannungen im Atomkonflikt mit Nordkorea hat eine chinesische Zeitung ihren Lesern unterdessen Ratschläge für den Fall eines Atomangriffs gegeben. Bewohner sollten etwa ihre Türen und Fenster schließen und ihr Hab und Gut gründlich waschen, riet die Staatszeitung „Jilin Daily“ am Mittwoch. Die Zeitung erscheint in der Provinz Jilin im Nordosten Chinas an der Grenze zu Nordkorea. In einem bunten Comic, das an den Kalten Krieg erinnert, empfahl die Zeitung ihren Lesern auch, Gesichtsmasken zu tragen und Jod-Tabletten einzunehmen. Diese sollen verhindern, dass sich radioaktives Jod in der Schilddrüse sammelt.

          „Jilin Daily“ begründete die Hinweise nicht explizit mit einer Bedrohung aus Nordkorea. Die Provinz war jedoch eine der vier, in der es während Nordkoreas Atomwaffentests im September Erderschütterungen gab. Nachdem das Land damals nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet hatte, stellte Chinas Umweltschutzministerium in den Provinzen dennoch keine erhöhte Strahlenbelastung fest.

          Weitere Themen

          Polens Justizreform könnte EU-Recht verletzen Video-Seite öffnen

          EuGH muss entscheiden : Polens Justizreform könnte EU-Recht verletzen

          Nach Auffassung der Kommission stimmt das polnische Gesetz nicht mit EU-Recht überein. Sollte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das auch so sehen, müsste Warschau das Gesetz zur Zwangspensionierung oberster Richter ändern.

          Merkel habe keine Kontrolle mehr Video-Seite öffnen

          Folgen von Fall Maaßen : Merkel habe keine Kontrolle mehr

          Der Fall Maaßen hat bei der Bevölkerung für viel Unmut gesorgt. Einer Umfrage für die „Bild am Sonntag“ zufolge glauben 67 Prozent der Befragtennicht mehr, dass die drei Parteivorsitzenden von CDU, CSU und SPD noch vertrauensvoll zusammenarbeiten können.

          Topmeldungen

          Die große Koalition ist ihr Schicksal: Olaf Scholz, Angela Merkel und Horst Seehofer am vergangenen Freitag in Berlin.

          Große Koalition in der Krise : Hysterie ist machbar, Herr Nachbar

          Erst ging es um „Hetzjagden“ in Chemnitz – dann um Hans-Georg Maaßen, die SPD und schließlich um die Regierungskoalition. Ob die Beteiligten, inklusive Journalisten, jetzt schlauer sind?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.