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Krieg der Worte : Nordkorea droht Amerika mit Machtdemonstration vor Guam

  • Aktualisiert am

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un droht weiterhin mit einem Angriff auf die amerikanische Insel Guam. Bild: dpa

Rudert Kim Jong-un ein Stück zurück? Sein Militär teilt mit, die strategisch wichtige Insel selbst nicht treffen zu wollen. Statt Angriffsdrohungen setzt Nordkorea gegen Donald Trump nun auf Spott.

          Nordkorea hat seine Drohung mit einem Angriff auf die amerikanische Pazifikinsel Guam erneuert. Bis Mitte August solle der Einsatzplan stehen, um vier Mittelstreckenraketen vom Typ Hwasong-12 auf Guam abzufeuern, berichteten staatliche Medien am Donnerstag. Der Plan werde Staatschef Kim Jong-un vorgelegt, der dann über das weitere Vorgehen entscheiden werde. Die Raketen würden 30 bis 40 Kilometer vor Guam im Meer niedergehen, zitierte die Nachrichtenagentur KCNA den Chef der strategischen Streitkräfte, General Kim Rak-gyom.

          Nordkoreas Militärführung zeigte sich demonstrativ unbeeindruckt von den jüngsten Drohungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump und verspottete ihn für seine martialischen Äußerungen. „Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen bar jeder Vernunft nicht möglich, nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen“, hieß es in einer Stellungnahme der Streitkräfte, aus der KCNA am Donnerstagmorgen zitierte. Trump erkenne offensichtlich nicht den Ernst der Lage und der jüngsten Stellungnahmen aus Pjöngjang, hieß es weiter. Dem nordkoreanischen Militär gehe das „ziemlich auf die Nerven“.

          Trumps Warnung an Nordkorea : „Feuer und Zorn“

          Trump hatte Nordkorea am Dienstag so offen wie noch kein amerikanischer Präsident zuvor militärisch gedroht: „Nordkorea sollte besser keine weiteren Drohungen gegen die Vereinigten Staaten machen. Ihnen wird mit Feuer und Wut begegnet werden, wie es die Welt niemals zuvor gesehen hat.“ Nordkorea reagierte postwendend mit der Drohung, mehrere Raketen auf Guam abzufeuern.

          Nach Informationen der „New York Times“ hatte Trump seine weltweit beachteten „Feuer-und-Wut“-Äußerungen mit seinem Stab nicht abgesprochen. Der Präsident habe vielmehr spontan auf eine Reporterfrage reagiert, berichtet die Zeitung. Sie stützt sich dabei auf Aussagen von Beratern Trumps. Der Präsident habe demnach vor allem ein „starkes Signal“ senden wollen.

          Mattis warnt Nordkorea vor Wettrüsten

          Amerikas Verteidigungsminister James Mattis richtete ebenfalls eine deutliche Warnung an Pjöngjang: „Die Demokratische Volksrepublik sollte jeden Gedanken an Handlungen aufgeben, die zum Ende ihres Regimes und zur Vernichtung ihres Volkes führen würden.“ Zwar versuche das amerikanische Außenministerium alles, um die von Nordkorea ausgehende Bedrohung mit diplomatischen Mitteln aufzulösen, erklärte Mattis am Mittwoch. Aber er verwies auch auf die Erfahrung und die überlegene Schlagkraft der amerikanischen Streitkräfte. Einen Rüstungswettlauf könne Nordkorea nur verlieren.

          Trotz Drohung aus Nordkorea : Bewohner auf Guam bleiben gelassen

          Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson dagegen hatte sich mäßigend geäußert. Bei einem Stopp auf Guam sagte Tillerson, er glaube nicht, dass es eine unmittelbare Bedrohung gebe, die Amerikaner könnten ruhig schlafen. Trump habe nur die nordkoreanische Rhetorik in gleicher Sprache beantworten wollen. Eine Sprecherin seines Ministeriums war danach um Erklärungen bemüht. „Wir sprechen alle mit einer Stimme“, sagte sie.

          Trumps twittert falsche Informationen über nukleares Arsenal

          Zur atomaren Bewaffnung der Vereinigten Staaten hatte Trump am Mittwoch getwittert: „Mein erster Befehl als Präsident war, das nukleare Arsenal zu erneuern und zu modernisieren. Jetzt ist es weit stärker und kraftvoller als jemals zuvor.“ Die „Washington Post“ und zahlreiche Militärexperten in den Vereinigten Staaten wiesen darauf hin, dass diese Aussage unwahr sei. Beim „ersten Befehl“ habe sich vielmehr um eine unbestimmte und übliche Absichtserklärung zu Beginn der Präsidentschaft Trumps gehandelt. Eine Modernisierung des Arsenals binnen sechs Monaten sei schlicht unmöglich.

          Trotz Verboten des UN-Sicherheitsrates und Warnungen aus dem Ausland hatte Nordkorea am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10.000 Kilometern. Nordkoreas Staatschef Kim sagte nach dem Test, das Festland der Vereinigten Staaten sei jetzt in Reichweite. Als Reaktion auf den Raketentest verhängte der UN-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea. Für Unruhe im Ausland sorgten auch Berichte über große Fortschritte Nordkoreas bei seinem Atom- und Raketenprogramm. Der amerikanische Verbündete Südkorea will sein Militär nun umfassend reformieren und schlagkräftiger machen.

          Quelle: chrs./dpa/AFP/Reuters

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