http://www.faz.net/-gpf-904m9

Nach Raketentests : Nordkorea droht Amerika offen mit einem Atomangriff

  • Aktualisiert am

Bilder des nordkoreanischen Fernsehens zeigen Präsident Kim Jong Un angeblich bei einem Raketentest Anfang Juli. Bild: dpa

Sollten die Vereinigten Staaten versuchen, Präsident Kim Jong-un zu stürzen, will Nordkoreas Regierung „das Herz Amerikas“ mit einem nuklearen Angriff attackieren. Experten zufolge sollte die Drohung ernst genommen werden.

          Nordkorea hat den Vereinigten Staaten offen mit einem Atomangriff gedroht. Sollten die Amerikaner weiter versuchen, einen Regierungswechsel in Pjöngjang herbeizuführen, werde Nordkorea mit einem Gegenangriff reagieren, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap die nordkoreanische Staatsagentur KCNA vom Dienstag.

          Vergangene Woche hatte CIA-Direktor Mike Pompeo Berichten zufolge auf die Möglichkeit eines Regierungswechsels in Nordkorea angespielt. Er hatte gesagt, am Wichtigsten sei es, dass die Vereinigten Staaten eine Möglichkeit entdeckten, die nordkoreanische Regierung von Machthaber Kim Jong-un von den Atomwaffen zu trennen und diese beiden auseinanderzubrechen.

          „Ein erbarmungslosen Schlag in das Herz Amerikas“

          „Sollten die Vereinigten Staaten es wagen, das geringste Anzeichen eines Versuchs zu zeigen, unsere oberste Führung zu beseitigen, werden wir mit unserem mächtigen Atomhammer, der mit der Zeit geschliffen und gehärtet wurde, einen erbarmungslosen Schlag in das Herz Amerikas machen“, zitierte KCNA das nordkoreanische Außenministerium. Pompeo habe mit seinen Bemerkungen eine Linie überschritten. Nun sei klar, dass es das ultimative Ziel der Regierung von Präsident Donald Trump sei, einen Regierungswechsel herbeizuführen.

          Seit vergangenem Jahr haben die nordkoreanischen Tests von zwei Atombomben und mehreren Raketen die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verschärft. Erst am 4. Juli hatte Nordkorea trotz Warnungen der internationalen Gemeinschaft eine Interkontinentalrakete getestet. Südkoreanischen und japanischen Angaben zufolge flog das Geschoss rund 930 Kilometer weit in Richtung Japanisches Meer und landete vor Japans Küste.  Experten zufolge ist das Land damit einen Schritt weiter gekommen, Raketen zu entwickeln, die auch die Vereinigten Staaten erreichen könnten.

          Weiterer Raketentest am Donnerstag?

          Ihrer Einschätzung zufolge könnte das Regime in Pjöngjang in den kommenden Tagen abermals eine Rakete testen. Auf dem Test-Gelände in Kusong nordwestlich der Hauptstadt sei eine erhöhte Aktivität beobachtet worden, die auf einen bevorstehenden Raketenstart hindeute, hieß es am Dienstag aus amerikanischen Regierungskreisen. Geheimdienste hätten zudem den Transport von Ausrüstungsgegenständen ausgemacht, die für eine Interkontinental- oder eine Mittelstreckenrakete benötigt würden. Ein Mitarbeiter des Pentagon sagte, der Test finde „vermutlich“ am 27. Juli statt – an dem Tag jährt sich das Waffenstillstandsabkommen auf der koreanischen Halbinsel zum 64. Mal. Auch die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf Regierungskreise von einer „hohen Wahrscheinlichkeit“ eines Raketentests am Donnerstag. Laut Yonhap wurden Bewegungen von Militärfahrzeugen mit Raketensystemen in der nordkoreanischen Provinz Pyongan beobachtet.

          Die Vereinten Nationen verbieten es dem kommunistischen Land, Raketen zu entwickeln oder zu testen. Dennoch hat die Führung in Pjöngjang vor allem seit Anfang vergangenen Jahres zahlreiche Raketen in bislang nie dagewesener rascher Folge getestet. Auch zwei von insgesamt fünf Atomtests fanden in diesem Zeitraum statt. Trump hatte Anfang Juli gewarnt, die Ära strategischer Geduld mit Pjöngjang sei vorüber. Er hatte zudem China aufgefordert, größeren Druck auf seinen Verbündeten Nordkorea auszuüben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Im nigerianischen Bundesstaat Benue werden die katholischen Priester Joseph Gor und Felix Tyolaha sowie 17 weitere Gläubige beigesetzt.

          Nigeria : Satanische Morde

          In Nigeria nimmt die Gewalt muslimischer Viehzüchter gegen christliche Ackerbauern zu. Der Konflikt im Zentrum Afrikas bevölkerungsreichstem Staat droht zum Religionskrieg zu werden.

          Umgangsrecht als Waffe : Kampf ums Kind

          Nach der Trennung bleiben die Kinder fast immer bei der Mutter. Einige Ex-Frauen nutzen das aus und erpressen die Väter: Wenn du sie sehen willst, musst du zahlen.

          TV-Kritik Anne Will : Die Verlogenheit des deutschen Asylrechts

          Der Bremer Bamf-Skandal offenbart die Grundprobleme des deutschen Asylrechts. Auch bei Anne Will wird klar: Auf der Strecke bleibt vor allem der Rechtsstaat – den sich aber alle politischen Lager auf ihre Fahnen schreiben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.