Nordkorea leidet unter ausgedehnten Überschwemmungen. Nach Angaben der staatlichen Medien sind bis Freitag 119 Menschen ums Leben gekommen. Zehntausende wurden durch die Fluten obdachlos. Die Vereinten Nationen und internationale Hilfsorganisationen bereiten Hilfsaktionen vor. Und was macht Nordkoreas Staatsführer Kim Jong-un, nach offiziellem Bekunden immer und überall um das Wohl seines Volkes besorgt? Er besucht einen neu eingerichteten Vergnügungspark in der Hauptstadt Pjöngjang.
Solche Termine häufen sich in jüngster Zeit. Eine Besonderheit bei diesem Besuch war, dass ausländische Diplomaten den Herrscher bei der Vergnügungstour begleiten durften. Das Bild zeigt eine Reihe vor Kim Jong-un den Geschäftsträger der britischen Botschaft in Pjöngjang, Barnaby Jones. Die Londoner Regierung gab am Freitag bekannt, auch Diplomaten aus anderen Ländern seien zu dem Besuch in der vergangenen Woche eingeladen gewesen. Man habe die Gelegenheit genutzt, um wichtige Kontakte zum Regime zu knüpfen.
Andeutungen eines Reformkurses
Am Donnerstag empfing Kim Jong-un eine chinesische Delegation. Bei dieser Gelegenheit bekräftigte er die Freundschaft beider Länder. Ziel seiner Politik sei es, Wirtschaft und Lebensumstände der Menschen weiterzuentwickeln. Das wird von einigen als Andeutung eines Reformkurses interpretiert. Über diesen Teil der Ansprache Kims berichtete aber nur die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. In der Version der nordkoreanischen Agentur KCNA fehlte die Passage.
In den Überschwemmungsgebieten Nordkoreas lässt sich derweil Ministerpräsident Cheo Yong-rim sehen. Er machte sich ein Bild von den Schäden, die mehrere Taifune und die daraus resultierenden Überflutungen angerichtet haben.
Und die Bevölkerung hungert weiter!
Axel Schulte (a.schulte)
- 04.08.2012, 13:56 Uhr
