Die Zahl der Toten bei den jüngsten Anschlägen in Nigeria ist am Samstag auf mindestens 120 gestiegen. Das geht aus Klinikunterlagen hervor. Die islamistischen Sekte Boko Haram bezichtigte sich der Taten in der nordnigerianischen Stadt Kano.
Zuvor hatte es am Freitag vier zeitgleiche Bombenanschläge in der Stadt gegeben. Ziel der Anschläge waren Polizeigebäude, Einwanderungsbüros und der örtliche Sitz der Geheimpolizei. Die Anschläge begannen nach den Nachmittagsgebeten. Unter anderem fuhr ein Selbstmordattentäter mit seinem Auto auf das Gelände des regionalen Polizeihauptquartiers und zündete seinen Sprengsatz. Die Wucht der Detonation war kilometerweit zu spüren. Sie riss das Dach des Gebäudes weg und zerstörte alle Fensterscheiben des Hauses. Die Behörden verhängten ein 24-stündiges Ausgehverbot. Rettungskräfte hatten danach von mindestens zehn Todesopfern gesprochen. Die Zahl könne noch weiter steigen, da viele Verletzte schwere Verbrennungen erlitten hätten, hieß es.
Zunehmende Gewalt in Nigeria
Inmitten der zunehmenden Gewalt in Nigeria wurden auch zwei Journalisten ermordet. Ein Korrespondent des Fernsehsenders Channel Television wurde am Freitag erschossen, als er in Kano über die Anschläge berichtete, wie Kollegen erklärten. Der 31 Jahre alte Journalist habe Menschen am Tatort gefilmt und nicht gewusst, dass es sich bei ihnen um bewaffnete Mitglieder der Sekte gehandelt habe. Das Komitee zum Schutz von Journalisten mit Sitz in New York teilte am Samstag mit, ein Nachrichtenredakteur des staatlichen Radiosenders Highland FM sei am Donnerstag in der Stadt Jos tot aufgefunden worden. Kollegen gingen davon aus, dass der 46 Jahre alte Mann ebenfalls ermordet worden sei.
Ein Sprecher der radikalislamischen Sekte Boko Haram erklärte am Samstag, Grund für die Anschläge sei, dass die Polizei weiterhin Sektenmitglieder inhaftiert habe. Die Sekte fordert die Einführung der Scharia im ganzen Land. Ihre Anschläge richteten sich in der Vergangenheit gegen Christen und Muslime gleichermaßen. Zuletzt zielten sie jedoch hauptsächlich auf Christen ab. Die Sekte kündigte an, alle Christen im muslimisch dominierten Norden des Landes zu töten.
510 Morde im vergangenen Jahr
Die Boko Haram wird für mindestens 510 Morde im vergangenen Jahr verantwortlich gemacht. In diesem Jahr sind es bisher 76, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Die Behörden in Nigeria waren 2009 davon ausgegangen, die Sekte zerschlagen zu haben. Zuvor waren bei Razzien und Unruhen im Nordosten rund 700 Menschen getötet worden, darunter auch der damalige Führer der Boko Haram. 2010 formierte sich die Gruppe neu. Im August verübte sie einen Selbstmordanschlag auf den UN-Sitz in Abuja und tötete 25 Menschen. Bei einer Anschlagsserie am ersten Weihnachtsfeiertag kamen mindestens 42 Menschen ums Leben.
Aber Herr Wagner, Sie glauben doch nicht wirklich, dass das anderes als
bitterste Ironie sein kann
Detlef Symietz (Symietz)
- 22.01.2012, 16:26 Uhr
Wann kommt die Diskussion
Wolfgang Weinmann (hotwolf)
- 21.01.2012, 19:58 Uhr
Ich protestiere gegen solche Falschmeldungen, denn der Islam ist doch
die einzige Friedensreligion
Detlef Symietz (Symietz)
- 21.01.2012, 19:50 Uhr
Was ist die Wahrheit?
Michael Wagner (comic)
- 21.01.2012, 17:54 Uhr
Radikalislamische Sekte?
egon samu (egonsamu)
- 21.01.2012, 17:13 Uhr
