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Nigeria Mehr als 500 Tote bei Unruhen

08.03.2010 ·  Muslimische Nomaden haben drei christliche Dörfer in Nigeria angegriffen. Die Behörden rechnen mit mehr als 500 Toten. In dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas kommt es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen.

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In der zentralnigerianischen Stadt Jos sind bei offenbar religiös motivierten Zusammenstößen am Wochenende mindestens 500 Menschen getötet worden. Die Zahl wurde von einem Sprecher der Regierung des Bundesstaates Plateau, in dem Jos liegt, am Montag bestätigt. Unter den Toten sollen sich nach Angaben des örtlichen Roten Kreuzes viele Frauen und Kinder befinden. Die Angriffe erfolgten auf drei Ortschaften außerhalb von Jos, die von Angehörigen der überwiegend christlichen Berom-Ethnie bewohnt werden. Bei den Angreifern soll es sich nach Angaben der Provinzregierung um muslimische Fulani handeln.

Die Berom sind sesshafte Bauern, während die Fulani nomadisch lebende Viehzüchter sind. Zwischen den Berom und den Fulani ist es immer wieder zu Kämpfen gekommen, die sich häufig nicht an religiösen Differenzen entzündeten, sondern an einem Streit über die Landnutzung.

Ortschaft nahezu dem Erdboden gleichgemacht

Die Angreifer, deren Zahl mit mehreren hundert angegeben wurde, sollen die Ortschaften am Sonntagmorgen angegriffen und dabei in die Luft geschossen haben, um die Menschen aus ihren Hütten zu treiben. Die meisten Opfer seien mit Macheten erschlagen und ihre Leichen in Brand gesteckt worden. Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes sagte am Montag, die Ortschaft Zot sei nahezu dem Erdboden gleichgemacht worden.

Die Regierung versetzte die Streitkräfte in Plateau und in den angrenzenden Bundesstaaten in höchste Alarmbereitschaft und entsandte am Sonntag Truppen nach Jos. Seither wurden keine weiteren Zusammenstöße mehr gemeldet. Ob militante Islamisten an dem Massaker beteiligt waren, ist noch unklar.

Nigerianische Zeitungen spekulierten am Montag unter Berufung auf Sicherheitskräfte, hinter den Angriffen könnte eine Sekte ähnlich jener der „Boka Haram“ stecken, die im August vergangenen Jahres im Norden Nigerias 800 Menschen massakriert hatte. Andere Medien sprachen von einem Racheakt für die jüngsten Zusammenstöße in Jos im Januar, bei denen 200 Menschen getötet worden waren.

Jos liegt auf der Grenze zwischen den muslimischen Norden und dem mehrheitlich christlichen Süden Nigerias. Die Christen beanspruchen die Region als Siedlungsgebiet, was dazu führt, dass auch seit Generationen dort ansässige Muslime bis heute als illegale Siedler gelten und kein Recht haben, Land zu erwerben.

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