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Nigeria Blutbad in Maiduguri

 ·  In der nordnigerianischen Stadt Maiduguri haben Soldaten ein Blutbad an Zivilisten angerichtet. Hilfsorganisationen und lokale Krankenhäuser sprachen von mindestens 30 Toten.

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© dapd Nigerianische Soldaten vor einem ausgebrannten Einkaufszentrum in Maiduguri

Als Reaktion auf einen Bombenanschlag auf eine Patrouille haben nigerianische Soldaten in der nordnigerianischen Stadt Maiduguri offenbar ein Blutbad an Zivilisten angerichtet. Hilfsorganisationen und lokale Krankenhäuser sprachen von mindestens 30 toten Menschen. Der Vorfall hatte sich bereits am Montag zugetragen.

Bislang Unbekannte hatten ein Armeefahrzeug mit Granaten angegriffen, wobei nach unterschiedlichen Angaben zwischen zwei und fünf Soldaten getötet worden sein sollen. Kurz darauf sollen Soldaten nach Augenzeugenberichten wild auf jeden gefeuert haben, den sie zu Gesicht bekamen. Zudem sollen 50 Gebäude in Flammen aufgegangen sein. Eine offizielle Stellungnahme der nigerianischen Regierung zu dem Vorfall lag bis Dienstag nicht vor.

Maiduguri gilt als Hochburg der radikalen islamistischen Sekte Boko Haram, deren Terrorangriffen in den vergangenen zwei Jahren mindestens 1400 Menschen zum Opfer gefallen sind. Erst am vergangenen Wochenende hatte die Armee nach eigenen Angaben 30 mutmaßliche Mitglieder der Gruppe bei einem Feuergefecht in der Stadt Damaturu südlich von Maiduguri getötet.

Ermittlungen zu Massaker an Universität

Unterdessen treten die Ermittlungen zur Klärung der Hintergründe des Massenmords an der Universität von Mubi auf der Stelle. Dort waren Anfang Oktober 40 Menschen ermordet worden. Die Polizei hatte Mutmaßungen, Boko Haram stecke hinter dem Attentat, zunächst widersprochen und stattdessen auf Auseinandersetzung unter Studenten verwiesen, die sich um den Ausgang einer Wahl zu einer neuen studentischen Vereinigung zerstritten hatten.

Der Rektor der Universität hatte dieser Darstellung allerdings vehement widersprochen. Zudem herrscht weiter Unklarheit über die Identität der Opfer. Nach Polizeiangaben sind die Toten überwiegend Studenten. Die Universität aber vermisst nur sechs Studierende. Auch die Ankündigung der Sicherheitsbehörden vom Wochenanfang, im Zusammenhang mit dem Blutbad mindestens zehn Personen festgenommen zu haben, hat sich als falsch erwiesen. Bislang hat es keine Festnahme gegeben.

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Jahrgang 1965, politischer Korrespondent für Afrika mit Sitz in Johannesburg.

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