02.08.2009 · Bei den Kämpfen zwischen Polizeikräften und islamistischen Rebellen in der nordnigerianischen Stadt Maiduguri sind weit mehr Menschen getötet worden als bisher bekannt - nach Militärangaben gab es mehr als 700 Tote.
Bei den Kämpfen zwischen Polizeikräften und islamistischen Rebellen in der nordnigerianischen Stadt Maiduguri sind weit mehr Menschen getötet worden als bisher bekannt. Es habe mehr als 700 Tote gegeben, sagte Oberst Ben Ahanotu der Nachrichtenagentur AP. Bisher hatten die Behörden von rund 300 Opfern gesprochen.
Es habe bereits Massenbegräbnisse gegeben, um eine weitere Zersetzung der Leichen in der Hitze zu vermeiden, sagte Ahanotu am Samstag. Die von ihm genannte Opferzahl bezog sich nur auf Maiduguri, die Kämpfe erstreckten sich aber auch auf weitere Städte des Nordens. Wie viele Menschen insgesamt getötet wurden, ist nicht bekannt.
Sektenführer Yusuf am Donnerstag getötet
Die Polizei kämpfte gegen Mitglieder der radikalislamischen Sekte Boko Haram, die sich - wie die Taliban in Afghanistan - für die Einführung einer strengen Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia, einsetzt. Die Welle der Gewalt begann am 26. Juli, als islamistische Kämpfer mehrere Polizeiwachen, Kirchen, Gefängnisse und Regierungsgebäude angriffen.
In den vier betroffenen Staaten im Norden Nigerias ergriffen etwa 4000 Menschen die Flucht. Zuletzt attackierten Regierungstruppen das Hauptquartier der Islamisten in Maiduguru sowie eine ihrer Moscheen und töteten etwa 100 Menschen. Sektenführer Mohammed Yusuf wurde am Donnerstag getötet. Menschenrechtsorganisation haben Ermittlungen über seinen Tod gefordert.
Ahanotu zufolge wurde in dem ehemaligen Hauptquartier der Islamisten ein Massengrab eingerichtet. Mehrere muslimische Geistliche erklärten am Sonntag, sie hätten die Behörden mehrfach vergeblich vor der Gewaltbereitschaft der Boko Haram gewarnt. Seit 12 der 36 Staaten des ölreichen Nigerias 1999 mit der Einführung von Formen der Scharia begonnen haben, kommt es immer wieder zu Gewalttaten.