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Niger Paris will Uranminen mit Soldaten schützen

 ·  Unter dem Eindruck des Geiseldramas in Algerien hat der französische Verteidigungsminister Le Drian angekündigt, Uranminen im Norden Nigers von französischen Elitesoldaten bewachen lassen. Der Nuklearkonzern Areva hatte schon lange militärischen Schutz gefordert.

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Der vom französischen Präsidenten François Hollande erklärte „Krieg gegen den Terrorismus“ erreicht jetzt auch Niger. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian will die Uranminen in Arlit, Akouta und Imouraren im Norden Nigers künftig von französischen Elitesoldaten des „Commandement des opérations spéciales“ (Cos) bewachen lassen. Das bestätigte er gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Le Point“, wollte jedoch über die genaue Zahl der eingesetzten Spezialkräfte keine Auskunft geben. Die Entscheidung will er unter dem Eindruck der gescheiterten Geiselbefreiungsaktion in Somalia sowie des Geiseldramas in Algerien getroffen haben.

Für die 1992 begründeten, aus den drei Teilstreitkräften zusammengesetzten Sonderkommandos ist der präventive Einsatz gegen mögliche Terroranschläge eine Premiere. Die Entscheidung des Ministers zeigt, wie ernst die Bedrohung französischer Wirtschaftsinteressen durch Terroristen in der Sahelzone genommen wird. Präsident Hollande hatte bislang immer bekräftigt, keine Wirtschaftsinteressen mit dem Militäreinsatz im früheren Kolonialgebiet zu verfolgen.

Uran aus Niger für die französischen Atomreaktoren

Doch die Uranförderung im Grenzgebiet zu Mali rührt an einem wirtschaftlichen Nerv der Nation. Etwa ein Drittel der 58 Atomreaktoren, mit denen Frankreich mehr als drei Viertel seines Strombedarfs deckt, wird mit Uran aus Niger bestückt. Dieser Anteil soll Ende des Jahres noch steigen, wenn der Konzern Areva eine neue Mine in Imouraren in Betrieb nimmt. Das Unternehmen sicherte sich nach einer Hängepartie mit der nigrischen Staatsführung die Schürfrechte für die neue Mine zu.

Seit langem fordert der größtenteils staatliche Nuklearkonzern militärischen Schutz für den Betrieb der Uranminen. Doch Le Drians Vorgänger hatten das Ansinnen bislang ausgeschlagen und argumentiert, dass die Elitesoldaten nicht dauerhaft für die Wahrung von Wirtschaftsinteressen eingesetzt werden könnten. Zuletzt war die Debatte hochgekocht, als im September 2010 sieben Areva-Mitarbeiter - unter ihnen fünf Franzosen - von einem Dschihadisten-Kommando aus dem Sicherheitskomplex in Arlit entführt und nach Mali verschleppt worden waren. Vier von ihnen sind noch immer in der Gewalt der Gruppe Al Qaida im islamischen Maghreb. Areva zog nach der Entführung einen Großteil seiner französischen Mitarbeiter aus Arlit ab und reduzierte die Zahl der fest vor Ort arbeitenden Franzosen auf 25. Doch mit der geplanten Inbetriebnahme der Mine von Imouraren zum Jahresende kann Areva nicht länger auf französische Ingenieure und andere Fachleute vor Ort verzichten. Es heißt, die französische Belegschaft werde auf mehr als 300 Mitarbeiter anwachsen. Die jährliche Produktion, die derzeit bei 3500 Tonnen Uran (in Form von Yellowcake) liegt, soll dank der Imouraren-Mine mehr als verdoppelt werden.

Areva investiert etwa 1,2 Milliarden Euro in die Mine von Imouraren. Ziel ist es, dort 5000 Tonnen Uran jährlich zu fördern. Mit privaten Sicherheitsfirmen hat der Konzern schlechte Erfahrungen gemacht. So hielt sich nach der Entführung im September 2010 lange das Gerücht, die Geiselnehmer hätten Komplizen unter den Wachmännern gehabt. Die genauen Umstände wurden nie aufgeklärt. Eigentlich hat sich auch die nigrische Regierung verpflichtet, mit eigenen Soldaten zur Überwachung des weitläufigen Geländes um die Uranminen beizutragen.

Der Uranabbau stößt dabei auf zunehmende Kritik. Umweltgruppen bezichtigen Areva, dass aufgrund durch den Uranabbau zwei Drittel des Trinkwassers verbraucht würden. Zudem durchschneidet das neue Abbaugebiet das Siedlungsgebiet der Tuareg. Schon 2007 kam es deswegen zu einem Aufstand der Tuareg. Inzwischen haben sich viele Tuareg den bewaffneten Gruppen anschlossen, die Präsident Hollande als „islamistische Terroristen“ bezeichnete, die es „zu eliminieren“ gelte.

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