03.09.2010 · Geert Wilders hat die Verhandlungen über die Duldung einer Regierung aus Rechtsliberalen und Christdemokraten abgebrochen, weil Abgeordnete eine Zusammenarbeit mit seiner Freiheitspartei ablehnen. Derweil rief ein muslimischer Prediger zur Enthauptung des Rechtspopulisten auf.
Von Andreas RossDer niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hat am Freitag die Verhandlungen über die Duldung einer Regierung aus Rechtsliberalen (VVD) und Christlichen Demokraten (CDA) abgebrochen. Wilders begründete das Scheitern der Gespräche damit, dass mehrere christlich-demokratische Abgeordnete eine Zusammenarbeit mit seiner Freiheitspartei ablehnen.
CDA-Verhandlungsführer Verhagen, der die drei Kritiker in der Fraktion am Mittwochabend nach zweitägigen Krisengesprächen überredet hatte, eine Fortsetzung der Verhandlungen zuzulassen, habe ihm nicht garantieren können, dass die Fraktion einem positiven Parteitagsbeschluss über ein Rechtsbündnis folgen würde, sagte Wilders. Der Rechtsliberale Mark Rutte, dessen VVD bei der Wahl am 9. Juni knapp stärkste Partei geworden war, hätte gern weiterverhandelt. Die Partner seien weit gekommen. „Rechte Wähler würden sich die Finger lecken, wenn sie sähen, was wir schon aufgeschrieben hatten“, sagte Rutte. Er will nun allein ein Regierungsprogramm verfassen und sich dann Partner suchen.
Mordaufruf aus Australien
Am Morgen war ein Mordaufruf des islamistischen Hasspredigers Feiz Mohamed gegen Wilders bekannt geworden. Die Zeitung „De Telegraaf“ stellte einen Ton-Mitschnitt ins Internet, in dem der 40 Jahre alte, libanesischstämmige Australier von dem „dreckigen Politiker in Holland“ und „Satan“ redet, den man „unter einem islamischen Führer“ enthaupten würde. Feiz Mohamed hat etliche Anhänger in Europa, mit denen er über das Internet kommuniziert.
Die Zeitung gab an, der niederländische Geheimdienst AIVD besitze die Aufnahme. Wilders, der seit sechs Jahren wegen islamistischer Todesdrohungen vom Staat rund um die Uhr bewacht wird, zeigte sich bestürzt, dass er erst durch die Zeitungsredaktion von der Drohung erfahren habe. Kürzlich hatte Wilders im australischen Fernsehen seine Ansicht bekräftigt, dass der Islam eine rückständige Kultur und gewaltsame Ideologie sei.
Aha zur Enthauptung!
Reinhard Martin (mfgreinhard)
- 03.09.2010, 22:58 Uhr
Populist- wie grausig.
Tia Pepita (tiapepita)
- 03.09.2010, 23:05 Uhr
Populist - wie richtig
Joost Kremers (joostkremers)
- 04.09.2010, 03:23 Uhr
Populist und Leistungsträger sind eben die unbeliebtesten begriffe geworden
Josef Bujtor (Mramorak)
- 04.09.2010, 04:51 Uhr
populus = das Volk, ist rechts oder links oder was?
Ulrich Hofmann (EpocheA)
- 04.09.2010, 07:01 Uhr