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Neuer Zwischenfall 100 Beschäftigte der Atomanlage Tricastin kontaminiert

24.07.2008 ·  Das Ausmaß der Störung sei nicht dramatisch, mehr Sorge mache die relativ hohe Anzahl verstrahlter Menschen. So kommentiert der französische Stromkonzern EDF eine weitere Panne in der Atomanalage Tricastin.

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Die Pannenserie auf dem Gelände der Atomreaktoranlage Tricastin in Südfrankreich reißt nicht ab. Etwa 100 Beschäftigte wurden bei Wartungsarbeiten mit radioaktivem Staub am Mittwochvormittag „leicht verstrahlt“, wie der Stromkonzern EDF am Mittwochabend mitteilte. Die französische Atomaufsichtsbehörde ASN stufte den Zwischenfall auf der Gefahrenskala von 0 bis 7 auf 0 ein.

Die Strahlendosis sei kleiner als ein Vierzigstel des Grenzwertes gewesen. Die Panne ereignete sich bei der Öffnung eines Abzugsrohrs. Dabei sei radioaktiver Staub freigesetzt worden. Der Reaktorblock Nummer 4, in dem sich der Unfall ereignete, war laut EDF zum Unfallzeitpunkt heruntergefahren.

Auf dem 500 Hektar großen Gelände von Tricastin stehen Nuklearanlagen so dicht beisammen wie nirgends sonst im Land. Neben vier Druckwasserreaktoren ist dort auch eine Urananreicherungsanlage angesiedelt. Erst vor zwei Wochen war in der für die Entsorgung von radioaktiven Lösungen zuständigen Anlage Socatri in Tricastin ein Leck aufgetreten. 74 Kilogramm Uran gelangte über die Kanalisation in zwei benachbarte Flussläufe.

Anne Lauvergeon, die Chefin des staatlichen Nuklearkonzerns Areva, hatte Ende vergangener Woche die Anlagen in Tricastin inspiziert und die strikte Einhaltung der staatlichen Sicherheitsauflagen gefordert. Der Leiter der Anlage Socatri wurde seines Postens enthoben. Der Verantwortliche der Atomaufsichtsbehörde ASN, Jean-Christophe Niel, bezeichnete die Aufregung als übertrieben: Normalerweise würden derartige Vorfälle gar nicht veröffentlicht.

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