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Neue CIA-Bilanz „Al Qaida in Saudi-Arabien und Irak besiegt“

30.05.2008 ·  Vor weniger als einem Jahr warnte er noch vor einer neuen Offensive Al Qaidas, jetzt hält CIA-Chef Hayden das Terrornetz in Saudi-Arabien und Irak für strategisch besiegt. Amerikanischen Soldaten in Nahost drohe inzwischen mehr Gefahr durch Iran.

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Das islamistische Terrornetz ist nach Ansicht des Direktors des amerikanischen Geheimdienstes CIA, Michael Hayden, in die Defensive gedrängt worden. Noch vor weniger als einem Jahr hatte die CIA vor neuen Bedrohungen durch eine wiedererstarkende Al Qaida gewarnt. Nun sagte Hayden der „Washington Post“, das Terrornetz sei im Wesentlichen im Irak und Saudi-Arabien besiegt.

Es sei in weiten Teilen der restlichen Welt in der Defensive, darunter auch in seinem Rückzugsgebiet im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet. Die wichtigste strategische Bedrohung im Nahen und Mittleren Osten gehe inzwischen von Iran aus. „Es ist die Politik der iranischen Regierung, verabschiedet auf höchsten Ebenen, das Töten von Amerikanern und anderen Koalitionskräften im Irak zu ermöglichen“, sagte Hayden der Zeitung.

Kampagne gegen inneren Führungszirkel

Der CIA-Chef sprach von wichtigen Siegen im Kampf gegen die Verbündeten Al Qaidas im Nahen Osten und von einer zunehmend erfolgreichen Kampagne zur Destabilisierung des inneren Führungszirkels. Obwohl das Terrornetz weiterhin eine ernsthafte Bedrohung darstelle, ist nach den Worten von Hayden Terroristenführer Usama bin Ladin dabei, den Kampf um die Herzen und Köpfe in der islamischen Welt zu verlieren.

Laut Hayden besteht weiter die Möglichkeit, Schlüsselfiguren des Terrornetzes, zu töten oder festzunehmen, um Al Qaida zu destabilisieren. Für Hayden ist es weiterhin von höchster Priorität, Bin Ladin oder seinen Stellvertreter Ayman al Zawahiri gefangen zu nehmen oder zu töten. Geheimdienstmitarbeiter gehen davon aus, dass sie sich im Stammesgebiet in der pakistanisch-afghanischen Grenzregion aufhalten. Der genaue Aufenthaltsort sei offensichtlich nur ihren engsten Vertrauten bekannt.

Kritiker warnen vor verfrühtem Nachruf

Der Terrorismusexperte der Georgetown-Universität, Bruce Hoffman, warnte nach Angaben der Zeitung, der Nachruf auf Al Qaida sei in den vergangenen Jahren schon zu oft geschrieben worden. Seiner Einschätzung nach gab es Fortschritte, jedoch sei das Terrornetz weiterhin ein „unerbittlicher Gegner“.

Trotz aller optimistischen Einschätzungen zeigte sich auch Hayden besorgt darüber, dass die Fortschritte im Kampf gegen Al Qaida zum Stillstand kommen oder ins Gegenteil verkehrt werden könnten. Das könne eintreten durch etwas wie eine „wachsende Selbstzufriedenheit“ oder eine Rückkehr zu der Sorglosigkeit wie vor den Anschlägen vom 11. September 2001. Die Sicherheit, die die Amerikaner seit etwa sieben Jahren genießen würden, sei hart erkämpft, betonte Hayden.

Selbstmorde unter amerikanischen Soldaten auf Höchststand

Das bestätigt auch die Zahl der Selbstmorde von amerikanischen Soldaten im vergangenen Jahr. Nach einem Bericht des amerikanischen Fernsehsenders CNN ist diese auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten gestiegen.

So nahmen sich 2007 115 Militärangehörige das Leben, so viele wie seit 1990 nicht mehr, meldete CNN am Donnerstag unter Berufung auf eine Untersuchung des amerikanischen Verteidigungsministeriums. In zwei von fünf Fällen hätten Soldaten Selbstmord begangen, die gerade von einem Einsatz nach Hause zurückgekehrt seien.

In den vergangenen drei Jahren ist die Zahl der Freitode unter amerikanischen Militärangehörigen demnach stetig gestiegen. 2004 nahmen sich 67 Soldaten das Leben, 2005 waren es 87, 2006 kletterte die Zahl auf 102. In einer Untersuchung aus dem Jahr 2007 hatte das Pentagon zerbrochene Beziehungen, rechtliche und finanzielle Schwierigkeiten sowie „Probleme in Verbindung mit dem Beruf und Einsätzen“ als Hauptgründe für die Selbstmorde genannt.

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