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Trumps Jerusalem-Entscheidung : Netanjahu kritisiert Reaktion aus Europa

  • Aktualisiert am

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Bild: dpa

Der israelische Regierungschef beklagt sich über Europas Verurteilung der amerikanischen Jerusalem-Entscheidung. In Tel Aviv werfen Tausende Demonstranten Netanjahu Amtsmissbrauch vor.

          Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat europäische Reaktionen auf die Entscheidung von Präsident Donald Trump zur Verlegung der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem kritisiert. „Ich höre aus Europa viele Stimmen, die Präsident Trumps historische Ankündigung verurteilen. Aber ich habe keine Verurteilung des Raketenbeschusses auf Israel gehört und der entsetzlichen Hetze gegen uns“, erklärte Netanjahu am Samstag. Am Sonntag wird er in Paris zu einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erwartet. Am Montag soll ein Treffen mit Außenminister der Europäischen Union in Brüssel folgen.

          In Tel Aviv demonstrierten am Samstag Tausende Menschen gegen den Regierungschef, dem sie Amtsmissbrauch vorwerfen. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf etwa 10.000. Die seit Wochen andauernden Proteste hatten sich an Korruptionsermittlungen gegen Netanjahu entzündet, der jedes Fehlverhalten von sich gewiesen hat.

          Netanjahu steht unter Verdacht, teure Geschenke von reichen Geschäftsleuten angenommen zu haben. In einem zweiten Fall geht es um angebliche Absprachen mit einem Zeitungsverleger, dem er im Gegenzug für positive Berichte in Aussicht gestellt haben soll, ein Konkurrenzblatt unter Druck zu setzen. Bei einer Anklage könnte Netanjahu unter Druck kommen, zurückzutreten oder Neuwahlen anzusetzen, um seinen Rückhalt im Volk zu testen.

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          „Wir verlangen Integrität“

          Netanjahus rechte Likud-Partei wirft den Demonstranten vor, politisch links zu stehen und rief alle Israelis auf, sich hinter den Ministerpräsidenten zu stellen. Bei der Demonstration hielten Teilnehmer unter anderem Plakate mit Aufschriften hoch wie: „Weder recht noch links, wir verlangen Integrität.“

          Beim „Marsch der Schande“ skandierten die Demonstranten am Samstagabend im Zentrum der Küstenstadt Parolen wie „Bibi, geh’ nach Hause“ – dabei nannten sie Regierungschef Netanjahu bei seinem Spitznamen Bibi.

          Die Teilnehmerzahl war niedriger als vor einer Woche. Es war bereits gemutmaßt worden, dass weniger Demonstranten zusammenkommen würden, nachdem die Beliebtheitswerte Netanjahus in den vergangenen Tagen wieder gestiegen waren. Zu verdanken hat er das offenbar Trumps umstrittener Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

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