03.03.2004 · In Nepal sind bei einem Gefecht zwischen Maoisten und der Armee nach Angaben der Sicherheitskräfte elf Soldaten und 18 Polizisten getötet worden. Zudem seien die Leichen von zehn Rebellen gefunden worden.
Beim schwersten Angriff maoistischer Rebellen in Nepal seit dem Scheitern der Friedensgespräche vor einem halben Jahr sind mindestens 39 Menschen getötet worden. Hunderte Rebellen hätten in der Nacht zu Mittwoch einen Fernmeldeturm in Bhojpur rund 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Katmandu angegriffen, sagten Sicherheitskräfte.
18 Polizisten und 11 Soldaten seien ums Leben gekommen. Der Radiosender Kantipur FM berichtete unter Berufung auf offizielle Quellen, die Leichen von zehn Rebellen seien gefunden worden.
Suchoperation nach Rebellen
Der Fernmeldeturm wurde nach Angaben von Sicherheitskräften zerstört und damit die Telekommunikationsverbindungen aus der Region ins restliche Land unterbrochen. Der Onlinedienst Nepalnews meldete, die Maoisten hätten ursprünglich versucht, den Turm zu erobern. Die Führung der Maoisten hatte vor wenigen Monaten zugesagt, Infrastruktureinrichtungen wie Brücken oder Telekommunikationsanlagen nicht anzugreifen oder zu zerstören.
Die Sicherheitskräfte entsandten Verstärkung in die Region und begannen eine Suchoperation nach Rebellen. Nach einem unbestätigten Bericht des Onlinedienstes Kantipur-Online griffen die Rebellen in der Gegend auch Verwaltungsgebäude und Armeebaracken an. Der Radiosender HBC FM meldete unter Berufung auf Sicherheitskräfte, die Maoisten hätten in der Gegend außerdem eine Bankfiliale zerstört.
Die Maoisten kämpfen seit mehr als acht Jahren für ein kommunistisches Regime in dem Himalaya-Königreich. Dabei wurden bislang fast 10.000 Menschen getötet. Friedensgespräche mit der Regierung waren im Ende August vergangenen Jahres gescheitert. Die Rebellen hatten daraufhin die Waffenruhe aufgekündigt.