http://www.faz.net/-gpf-9195l

Japan : Minister nennt Hitlers Absichten „richtig“

  • Aktualisiert am

Finanzminister und Vizeministerpräsident Taro Aso Bild: Reuters

Hitler war nicht gut, aber er wollte das Richtige – so äußerte sich der japanische Finanzminister Taro Aso. Nach Protest rudert er nun zurück.

          Der japanische Finanzminister Taro Aso hat abermals mit Bemerkungen über Adolf Hitler Irritationen ausgelöst. Vor Mitgliedern der Parlamentsfraktion seiner Liberaldemokratischen Partei sagte der Vizeministerpräsident der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge: „Ich hinterfrage Ihre Motive nicht, warum Sie Politiker sind. Doch auf die Ergebnisse kommt es an. Hitler, der Millionen von Menschen auf dem Gewissen hat, war nicht gut, auch wenn seine Absichten richtig waren.“

          Die in den Vereinigten Staaten beheimatete jüdische Organisation Simon Wiesenthal Center äußerte „Schmerz und Enttäuschung“ über die Bemerkungen Asos vom Dienstag. Dieser bedauerte seine Äußerungen am Mittwoch und nannte sie unangemessen. Er habe nicht die Absicht gehabt, den Nazi-Herrscher zu verteidigen, ließ er wissen.

          Taro Aso war bereits 2013 mit einer Äußerung über den Aufstieg Hitlers aufgefallen, die als Lob für diesen interpretiert wurde. Auch ein führender japanischer Währungshüter hatte dieses Jahr mit Anmerkungen zu Hitlers Wirtschaftspolitik Irritationen ausgelöst. Die Notenbank bat später für die Bemerkungen um Entschuldigung.

          Quelle: Reuters/nto.

          Weitere Themen

          Steinmeier in Sorge

          Rede des Bundespräsidenten : Steinmeier in Sorge

          Bundespräsident Steinmeier warnt vor dem „Fieber des Autoritären“. Die Prinzipien der offenen Gesellschaft seien in Gefahr, auch in Europa.

          Gauland bekräftigt Islamkritik Video-Seite öffnen

          AfD-Spitzenkandidat : Gauland bekräftigt Islamkritik

          Alexander Gauland hat bei einer Pressekonferenz seine umstrittenen Aussagen zum Islam bekräftigt. Außerdem verteidigte der AfD-Spitzenkandidat seine Äußerungen, man könne stolz sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen.

          Topmeldungen

          Trumps UN-Rede : Feurige Worte und tödliche Missverständnisse

          Donald Trump hebt die Bedeutung „souveräner Nationalstaaten“ hervor und teilt gegen Nordkorea aus. UN-Generalsekretär Guterres mahnt zur Einigkeit – mit einem Seitenhieb gegen den amerikanischen Präsidenten.
          Polizisten beobachten das Geschehen auf der Wiesn. Auch auf dem diesjährigen Oktoberfest kam es bereits zu sexuellen Übergriffen.

          Anstieg von Sexualstraftaten : Warnungen eines Wahlkämpfers

          Bayerns Innenminister Herrmann rühmt sich mit der hohen Sicherheit in seinem Bundesland. Die Zunahme der Sexualstraftaten – sowohl durch Deutsche als auch Ausländer – ist jedoch alarmierend.
          Mathias Döpfner beim Zeitungskongress in Stuttgart.

          Verleger gegen ARD : Was Döpfner wirklich gesagt hat

          Der Verleger-Präsident Mathias Döpfner hält eine feurige Rede und teilt gegen die Medienpolitik, ARD und ZDF aus. Die ARD-Chefin Wille reagiert wie zu erwarten mit einem Beißreflex. Und produziert „Fake News“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.