Der ehemalige dänische Premierminister Fogh Rasmussen wechselte zur Nato nach Brüssel mit dem Vorsatz, „mehr General als Sekretär“ zu werden. Doch es ist, wie schon seine Vorgänger erfahren mussten, schwierig, in einem Bündnis Führung zu zeigen, das strategisch wie materiell von einem Partner, den Amerikanern, dominiert wird.
Der kann, wenn keine Übereinstimmung unter der Verbündeten herzustellen ist, auch auf eigene Faust (und Rechnung) handeln. Was die Europäer angeht, muss sich Rasmussen inzwischen wie ein Rufer in der Wüste vorkommen. Die Verteidigungsbudgets werden gekürzt, und wegen der Finanzkrise ist nicht damit zu rechnen, dass sich daran bald etwas ändern wird.
Der Ausweg, den alle theoretisch unterstützen, nämlich die Abstimmung der nationalen Verteidigungsplanungen, was langfristig zu einer Arbeitsteilung führen müsste, kommt nicht recht voran, weil kein Land wirklich bereit ist, den vermeintlich harten, in Wahrheit stark aufgeweichten Kern nationaler Souveränität anzutasten. Deshalb werden dem General auch weiterhin die Truppen abgehen.
USA oder Europa
Günter Jäger (rohrbacher)
- 19.04.2012, 10:20 Uhr
Herkoemmliches Souveraenitaetsdenken gehoert ueberwunden
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 19.04.2012, 08:24 Uhr
