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Nationalhymne Österreich will Töchter ehren

14.07.2011 ·  Die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP sowie die Grünen haben sich darauf verständigt, die Textpassage der Nationalhymne, in der die „Söhne“ des Landes besungen werden, auf „Töchter“ zu erweitern. Die FPÖ lehnt die Änderung als „Gender-Klamauk“ ab.

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Nach jahrelangen Diskussion haben sich die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP sowie die Grünen darauf verständigt, die österreichische Nationalhymne zu ändern. Die Textpassage, in der die Söhne des Landes besungen werden, wird um einen Bezug auf dessen Töchter erweitert. Das gaben die Frauensprecherinnen der drei Parteien am Mittwoch in Wien bekannt. Die nötige Gesetzesänderung solle im Herbst beschlossen werden mit Wirkung vom 1. Januar 2012. Auch das rechtspopulistische BZÖ unterstützt die Initiative; einzig die FPÖ lehnt die Änderung als „Gender-Klamauk“ ab. Nur noch bis Anfang kommenden Jahres wird Bundeshymne so lauten:

Land der Berge, Land am Strome,
Land der Äcker, Land der Dome,
Land der Hämmer, zukunftsreich.
Heimat bist du großer Söhne,
Volk, begnadet für das Schöne,
Vielgerühmtes Österreich,
Vielgerühmtes Österreich.

Heiß umfehdet, wild umstritten,
Liegst dem Erdteil du inmitten
Einem starken Herzen gleich.
Hast seit frühen Ahnentagen
Hoher Sendung Last getragen,
Vielgeprüftes Österreich,
Vielgeprüftes Österreich.

Mutig in die neuen Zeiten,
Frei und gläubig sieh uns schreiten,
Arbeitsfroh und hoffnungsreich.
Einig lass in Bruderchören,
Vaterland, dir Treue schwören,
Vielgeliebtes Österreich,
Vielgeliebtes Österreich.

Fachleute sollen nun darüber beraten, wie der neue Text genau lauten wird. Die Nachrichtenagentur APA berichtete, derzeit sei im Gespräch, die Textzeile „Heimat bist du großer Söhne“ durch die Wortfolge „Heimat großer Töchter, Söhne“ zu ersetzen. ÖVP-Frauensprecherin Dorothea Schittenhelm sagte, die Textpassage könne aber auch beispielsweise „Heimat bist du großer Töchter und großer Söhne“ lauten. Die „Brüderchöre“ in der dritten Strophe sollen angeblich bleiben.

Initiative nicht abgesprochen

Schon in den neunziger Jahren wurde darüber diskutiert, die - auf einer Dichtung der Wiener Lyrikerin und Schriftstellerin Paula Preradovic (1887 bis 1951) beruhende - Hymne „geschlechtsneutral“ zu machen. Anstoß für die Änderung ist ein Antrag mehrerer Frauen von SPÖ, ÖVP und Grünen, den die ÖVP-Abgeordnete und frühere Frauenministerin Maria Rauch-Kallat am Freitag im Nationalrat eingebracht hatte; die Initiative war indes nicht mit den Männern in ihrer Fraktion abgesprochen, weshalb einige von ihnen so lange sprachen, dass Rauch-Kallat ihre geplante Rede nicht mehr halten konnte.

Erst eine Aussprache am Dienstagabend zwischen Frauensprecherin Schittenhelm, dem ÖVP-Vorsitzenden Michael Spindelegger sowie dem Fraktionsvorsitzenden Karlheinz Kopf führte zu der Einigung darauf, den Töchtern einen Platz in der Hymne zu verschaffen. Im ORF sagte Spindelegger, wenn die Änderung ein Zeichen der Wertschätzung der Frauen und ihrer Leistungen sei, dann sei er dafür.

Kritik daran, dass die Änderung der Hymne kein wichtiges Thema sei, wiesen die Frauensprecherinnen zurück. Schittenhelm sagte, sie habe auf ihrem Anrufbeantworter gesungene Textvorschläge vorgefunden. Österreichische Medien laden über ihre Internetseiten ihre Nutzer dazu ein, Vorschläge für die neue Bundeshymne einzusenden.

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