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Nahost Moskau verurteilt amerikanischen Angriff in Syrien

27.10.2008 ·  Die Kritik an dem amerikanischen Angriff in Syrien weitet sich aus: Am Mittag protestierte auch Russland gegen die Tötung von mindestens sieben Syrern. Der Angriff habe Al Qaida gegolten, heißt es in Washington.

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Russland hat den tödlichen Angriff einer mutmaßlichen amerikanischen Spezialeinheit in Syrien scharf verurteilt. Unter dem „Motto des Anti-Terror-Kampfes“ dürften keine Territorien souveräner Staaten angegriffen werden, sagte der Sprecher des russischen Außenministeriums, Andrej Nesterenko, am Montag nach Angaben der Agentur Interfax.

Moskau habe den Angriff mit „großer Besorgnis“ zur Kenntnis genommen. Solche einseitigen Gewaltakte würden die Spannungen in der Region gefährlich schüren. Syrien hatte die Schuld an dem Angriff nahe der irakischen Grenze, bei dem am Sonntag mindestens sieben Zivilisten starben, den Vereinigten Staaten zugewiesen. Russland und Syrien verbindet eine militärische Zusammenarbeit.

Kein Dementi aus Washington

Nach dem tödlichen Angriff war am Sonntagabend bereits die Geschäftsträgerin der amerikanischen Botschaft in Damaskus, Maura Connelly, ins Außenministerium einbestellt worden.

Die „Los Angeles Times“ berichtete auf ihrer Internetseite, mehrere Vertreter des Militärs in Washington hätten nicht dementiert, dass die Aktion stattgefunden habe. Auch wenn sie den Angriff nicht hätten bestätigen wollen, hätten sie eine Sprache benutzt, die typischerweise nach Einsätzen geheimer Spezialkommandos verwendet werde.

Attacke auf Al Qaida-Zelle?

Nach offizieller syrischer Darstellung waren amerikanische Soldaten aus dem Irak am Sonntag mit Hubschraubern in einem syrischen Dorf in der Provinz Deir al-Zor nahe der Grenze gelandet. Sie töteten in einem Gebäude, das noch nicht fertiggestellt war, den Angaben zufolge ein Ehepaar und dessen vier Kinder sowie zwei weitere Männer. Der private syrische TV-Sender „Al Dunia“ hatte zunächst von neun Toten und 14 Verletzten gesprochen. Diese Opferzahlen wurden jedoch offiziell nicht bestätigt. Bislang liegen keine Hinweise vor, dass es sich bei den Getöteten um Bewaffnete handelte, die auf dem Weg in den Irak waren.

Um 17.45 Uhr seien über dem Dorf Al Sukkarija, rund acht Kilometer von der irakischen Grenze entfernt, vier amerikanische Militärhubschrauber gesichtet worden, berichteten Augenzeugen. Zwei Hubschrauber seien gelandet. Acht Soldaten seien ausgestiegen und hätten die Männer erschossen, bei denen es sich angeblich um Bauarbeiter gehandelt haben soll, sagten Anwohner aus der Region Al-Bukamal.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press sagte ein amerikanischer Offizieller, der Angriff habe einem Netzwerk ausländischer Kämpfer gegolten, die mit Al Qaida verbunden seien. „Wir nehmen die Dinge jetzt in eigene Hände“, sagte er in Washington unter Verweis auf mangelnde Kooperation Syriens

Erster amerikanischer Angriff auf Syrien

Die syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, die amerikanische Einheit habe ein im Bau befindliches ziviles Gebäude attackiert. Bei den Opfern handele es sich um Bauarbeiter und die Ehefrau eines Wächters. Nach dem Angriff flogen die Hubschrauber laut Sana von der Provinz Deir al-Zor in Richtung Irak.Ein Krankenhausarzt in einer nahe gelegenen Klinik hatte zunächst erklärt, es seien sieben Leichen und vier Verletzte in die Klinik gebracht worden.

Sollten sich die Augenzeugenberichte über die Attacke bestätigen, so wäre dies der erste Angriff von amerikanischen Soldaten aus dem Irak auf syrischem Boden. Die Regierung in Washington wirft der syrischen Führung unter Präsident Baschar al-Assad seit Jahren vor, sie erlaube Terroristen, über ihre Grenze in den Irak einzudringen. Nach Angaben der irakischen Regierung bemüht sich Syrien jedoch seit einigen Monaten, den Zustrom von Extremisten in das Nachbarland zu unterbinden.

Seit dem Sturz Saddam Husseins im Irak gab es immer wieder Vorfälle, in denen amerikanische Truppen die Grenze zu Syrien überschritten haben. Auch Kampfflieger verletzten den syrischen Luftraum, doch nie in dem Ausmaß wie am Sonntag.

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Von Thomas Gutschker

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